Achtsamkeit auf teenagerisch

27. August 2014 2 Von Nicole

Ein Erlebnis der Achtsamkeit der ganz besonderen Art durfte ich vor kurzem mit meiner Tochter (16) erleben.

Wir hatten vor, am späten Nachmittag und nach der grössten Augusthitze an den Strand zu fahren und dort zu übernachten. Die Vorfreude war gross und wir verbrachten zwei harmonische Stunden damit, das Picknick und die Rucksäcke vorzubereiten und uns zu überlegen, an welchen Strand wir fahren sollten.

Dann kam der Anruf, der (fast) unsere Pläne über den Haufen warf.

Ich musste am nächsten Morgen schon um neun Uhr eine Kundin sehen. Aufgrund meiner Berufsauffassung konnte ich diesen Termin nicht nicht wahrnehmen. Ärger und Enttäuschung war die erste Reaktion, aber dann entschieden wir, dass wir trotzdem unsere private Beachparty geniessen wollten und halt notgedrungen den Strand am Morgen wieder früher verlassen mussten.

Also alles ins Auto gepackt und in unsere Lieblingsbucht gefahren. Ein paar Leute waren noch da, aber die packten nach und nach ihre Sachen zusammen und verschwanden. Wir schwammen und schnorchelten und genossen das kristallklare Wasser und die Erfrischung.

Strand 1

Dann lecker Picknick mit den selbergemachten, frischen Salaten. Viel Lachen und einfach entspannt zusammen sein. Es gab nichts zu tun und nichts zu wollen. Kein Wifi, kein WhatsApp, kein Nichts…..bloss Meer und Felsen und Sonne und Luft und gemeinsames Geniessen.

Der Sonnenuntergang setzte noch ein Sahnehäubchen auf diesen Abend. Wir staunten über die Schönheit der Natur und sprachen über Religion und Gott, über Kirche und Besitz und Werte wie Freiheit und Selbstbestimmung in der Kindererziehung. (Wohlgemerkt hat sie die Themen vorgegeben!)

Dann wieder rumtollen im Wasser, toben und spielen wie kleine Kinder, lachen und Wasser schlucken, Husten und Tauchen und vom Felsen springen. Freude pur!

Dann Fragen über die Magie des Meeres,  die Beziehung Mensch-Meer, die reinigende Kraft des Meeres …..

Der grosse, kugelrunde und strahlend helle Augustvollmond lugt schon über die Klippen und versilbert die Wasseroberfläche. Weibliche Urenergie gepaart mit der tiefen Reinigung des Meeres – eine magische Nacht.

Und wir geniessen sie, ganz ohne Rituale und Meditationen, einfach nur zusammen und voller Freude. Zwei Frauen, die sich vor Lachen die Bäuche halten, den Mond anheulen und bis spät Geheimnisse und Weisheiten austauschen. Zwei Frauen, die sich ganz tief vertrauen.

Auch das ist Achtsamkeit! Nicht rituell, spi-rituell, oder sonstwie, sondern auf „teenagerisch“: echt, unverfälscht, leicht und ehrlich. Nichts erreichen wollen, nichts beweisen müssen, nur im Hier und Jetzt, so ganz ohne Anstrengung. Strahlende Gesichter und glänzende Augen sagen alles…..

Nach einer kurzen Nacht mit wenig, aber wunderbarem Schlaf (ein Danke an den Erfinder des Anti-Mücken-Sprays!) komme ich zur Arbeit und ungelogen (!) drei Personen sprechen mich an, was ich denn so strahlen würde heute……. 😀

Wie erlebst du Achtsamkeit im Alltag? Mit deiner Familie, deinem Partner, deinen Kindern? Was bedeutet Achtsamkeit für dich? Schick mir deine Geschichte wenn du magst…..

Geniesse den Tag!

Deine Nicole