Ein Ork, Offroad fahren und Bullen füttern

Überall in Neuseeland trifft man auf Hobbit, Herr der Ringe und Narnia, denn hier wurden eben grosse Teile dieser Filme gedreht und so kommt wohl niemand durch das Land ohne wenigsten einmal an einem Drehort gewesen zu sein. In Wellington kann man sich als Cineast einen besonderen Leckerbissen gönnen: einen Besuch im Weta-Workshop! (Wenn du jetzt verzweifelt versuchst mit diesem Namen etwas anzufangen – keine Sorge! Ich hatte davon vorher auch noch nie was gehört. Offensichtlich sind wir beide keine echten Cineasten!) 😉

Also im Weta Workshop werden die Kostüme und Accesoires, Waffen, Fahrzeuge, Monster, Orks etc. hergestellt und zwar für eben diese Filme, aber auch die Power Rangers und Avatar und noch viele andere. Wir bekommen genau erklärt, welche verschiedenen Arten der Herstellung es gibt, was im Computer gemacht wird und wie sie 3D Drucker einsetzen. Ich hab zum ersten Mal in meinem Leben ein Maschinengewehr in der Hand und wenn es nicht federleicht wäre, dann könnte man schwören es sei echt!

Dann gibt es da einen echten Waffenschmied, der die Schwerter, Lanzen und so weiter herstellt, manche ganz leicht und stumpf aber manche auch scharf. Natürlich stehen auch einige Originale herum, Ritter und einzelne Waffen und ein gepanzertes Fahrzeug aus noch irgendeinem anderen Film.

 

 

 

 

 

Fotos dürfen nur im Shop gemacht werden und ich finde, so eine Auge in Auge Begegnung mit einem Ork, das hat irgendwie was (was bin ich froh, dass das Ding nicht lebt und schreit und stinkt!!!). Mein persönliches Highlight ist aber die Perrückenmacherin! Eine junge Deutsche erfüllt sich hier ihren Traum und behaart die Köpfe der diversen Protagonisten. Der absolute Hammer an der Sache ist, das jedes einzelne Haar (!!!!) mit einer Spezialnadel in den vorbereiteten Gummikopf gestochen wird. Nichts wird geklebt oder büschelweise eingesetzt, sondern Haar für Haar wird einzeln quasi eingepflanzt. Das Ergebnis sieht einfach täuschend echt aus. Sie sitzt da und arbeitet ganz ruhig vor sich hin, strahlt und ist happy. Für mich wäre diese Arbeit eine reine Folter. Tja, des einen Hölle ist des anderen Himmelreich. Hammer!!

Nachdem ich nun also zwei Tage im regnerischen Wellington mehr oder weniger vertrödelt habe steige ich heute in den Bus nach Hastings in der Hawke’s Bay. Dort wird nämlich für die kommenden rund zwei Wochen mein Zuhause sein.

Am Busbahnhof in Hastings werde ich abgeholt und gleich mal mit einer Umarmung begrüsst. Da es in Strömen regnet steigen wir so schnell es geht ins Auto und da liegt auf dem Rücksitz ein dreibeiniger kleiner Windhund und zittert sich einen ab. Ich bin der Kleinen wohl nicht so ganz geheuer….

Wir machen noch ein paar Besorgungen, trinken einen Begrüssungskaffee in der Stadt und dann geht es hinaus zur Farm. Rund eine halbe Stunde fahren wir durch eine sanfte Hügellandschaft, die mit ziemlich vertrocknetem Gras bewachsen ist. Hier und da ist eine Farm hingetupft, meist von hohen Bäumen gesäumt. Kleine Rinderherden stehen weit verteilt, auch ein paar Schafe. Eine ruhige, sanfte Landschaft – genau das, was ich jetzt brauche! 😀

Wir biegen von der schmalen Landtrasse in die Farm ein, fahren noch ein paar hundert Meter unter riesengrossen Kastanienbäumen her, dann öffnet sich der Blick und ich sehe links mehrere ziemlich
grosse Bullen auf der Weide stehen, rechts grasen ein paar Pferde und da, nach einer leichten Kurve kommt das Farmhaus in Sicht.
Malerisch steht es da auf einem flachen Hügel, aus Holz gebaut und hell gestrichen, eine Veranda rund herum mit Sitzmöbeln ausgestattet, ein Stück grüner Rasen, Blumen und kleine Bäume. Es sieht aus wie auf einer Postkarte. Ein zweiter Windhund (mit vier Beinen diesmal) steht neben einem Mann, der uns offensichtlich erwartet. Das muss wohl der Boss sein.

Auch er begrüsst mich sehr freundlich, dann bekomme ich mein Zimmer gezeigt und es gibt – es lebe die feine englische Art! – eine schöne, heisse Tasse Tee. Das Haus ist altenglisch eingerichtet mit dunklen, wuchtigen Möbeln, viel Holz, grossem Kamin im Wohnzimmer und so. Mein Zimmer ist sehr gemütlich und hat sogar ein Sofa, wo sich sicher mal kuschelig ein Buch lesen lässt. Natürlich spielt sich der Grossteil des Tages in der grossen Wohnküche ab. Die hat sicher schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel, passt aber so schön in dieses tolle Haus – alles ist hier irgendwie stilecht altmodisch. Und ich fühl mich pudelwohl.

Der Farmer nimmt mich dann gleich mal mit auf die abendliche Fütterrunde, stellt mir den Rest der Viecherei hier vor und beginnt, mir die kommenden Aufgaben zu erklären. Es gibt vier Arbeitshunde – Betty, Match, Fame und Tui – die dabei helfen die Schafe und Rinder zusammen zu treiben und zu bewegen. Sie haben jeder einen eigenen Zwinger mit Hütte im Hof, dürfen aber viele Male am Tag raus und sich austoben auch wenn sie nicht arbeiten. Wir nehmen die vier mit und fahren mit dem „Kubota“ hinaus auf die Weiden. Übrigens – ich fahre! Offroad!! 😀 Es macht Spass, aber ich bin ganz schön unsicher und heilfroh als der Farmer übernimmt als das Gelände steiler wird.
Wir fahren bis zum höchsten Punkt der Farm und hier oben stehen wir nun wie Scarlett und Gerald O’Hara und schauen über das Land, das sich in goldenen Hügeln bis an den Horizont erstreckt. Ein absolut grandioser Ausblick!! (Bitte hier klicken)

Der Farmer beeindruckt mich mit seiner offen gezeigten Liebe zu seinem Land, seiner ruhigen und eloqunten Art, zu erklären und seinem Wissen über Zucht und Genetik. (Eines der Bücher, die ihn nachhaltig in seiner Zucht beeinflusst haben ist Bruce Lipton’s „Intelligente Zellen“, eines meiner Lieblingsbücher! Da können also zwei Menschen dasselbe Buch lesen, es aber völlig unterschiedlich interpretieren und anwenden! Sehr interessant!!)

Ich bekomme erklärt woran der erfahrene Farmer erkennt, wie die Persönlichkeit eines Rindes ist, ob es eventuell anfällig für Hufkrankheiten ist und vieles mehr. Hier werden Black Angus Rinder gezüchtet. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Züchtung von Jungbullen, aber natürlich ist die Fleischproduktion ein zweites wichtiges Standbein. Das Fleisch wird hauptsächlich in gehobenen Fleischereien und Delikatessgeschäften verkauft und zwar bis in die USA. Die Farm hat so rund 650 Stück Rindvieh und rund 120 Schafe. Die Tiere leben alle ganzjährig draussen und fressen Gras, es stehen rund 30-40 Rinder auf mehreren Hektar Weideland, daher sieht man auch immer nur vereinzelt hingekleckste Rinder überall und keine grossen Herden.

Nur die Kälbchen und die arbeitenden Bullen bekommen extra Futter, was in Zukunft zu meinen Aufgaben gehören wird. Ganz ehrlich?! Also diese noch nicht mal ganz ausgewachsenen Jungbullen jagen mit einen Heidenrespekt ein! (Vielleicht bin ich da doch irgendwie „spanisch“ vorbeslastet?? Corridas und so….) Die bringen schon ein paar hundert Kilo auf die Waage und wenn du mit dem Futter ankommst dann kommen die angerannt. Und zwar richtig schnell. Der Farmer sieht’s natürlich cool und so versuch ich halt, mich auch nicht ins Bockshorn jagen zu lassen.

Die Hunde haben einen Riesenspass an unserem kleinen Ausflug und scheuchen, nur so zur Gaudi die Kühe von links nach rechts und von rechts nach links. Als der Farmer pfeift stehen sie sofort da, mit hechelnder Zunge und höchst zufriedenem Gesichtsausdruck. (Ob die wohl auch kommen wenn ich pfeife???)

Die Hühner, Enten und sonstiges Geflügel werden heute zwar noch von der Farmerin gefüttert, aber ab morgen ist auch das meine Aufgabe. Mir schwirrt doch ein bisschen der Kopf von den ganzen verschiedenen Futtersorten und hier ein Eimerchen voll und da zweieinhalb, die einen nur morgens, die anderen nur abends….. aber ich hab noch zwei Tage bis die beiden mir die Farm für eine Woche überlassen. Krieg ich hin! 😀

Als wir von unserer Runde zurück kommen ist schon das Abendessen fertig und so setzen wir uns denn gemütlich an den Tisch, essen und lernen uns gegenseitig ein bisschen kennen.

Die kommenden zwei Tage sind ausgefüllt mit Erklärungen, Füttern, Hunde streicheln, Eier einsammeln, Blumen giessen und was sonst noch so anfällt auf dem Hof und im Garten. Die Farmerin fährt ausserdem mit mir in die Stadt in einen Bioladen, drückt mir einen Korb in die Hand und sagt, ich solle mir aussuchen, was ich in den nächsten Tagen zu essen haben wolle. Das ist ja mal ein Ding! Meinen Protest, dass sie nicht mein Essen kaufen müssten wischt sie einfach beiseite und sagt, doch das müsse sie schon und das wäre gut und richtig so. Also kaufe ich ein…..
Als wir vom Einkauf zurück kommen ist ihr Mann nirgends zu finden, was an und für sich bei der Grösse der Farm auch kein Wunder ist. Als er dann aber zum Mittagessen nicht erscheint und auch nicht ans Telefon geht, fangen wir an uns zu fragen, wo er denn wohl abgeblieben sein könnte. Die Antwort kommt in Form eines nachbarschaftlichen Anrufes: auf einer Nachbarfarm ist ein Grasfeuer ausgebrochen und alle Farmer sind dort und helfen der Feuerwehr bei den Löscharbeiten. Stimmt, wie haben eine Feuerwehrauto gesehen auf der Heimfahrt.

Wir fangen an Wasserflaschen zu füllen und Erdnussbutterbrote zu schmieren, damit die Männer draussen Verpflegung haben. Die Farmerin weiss genau, was zu tun ist und ist zumindest äusserlich total ruhig, ganz offensichtlich nicht ihr erstes Feuer. Wir fahren gerade aus der Farm hinaus als uns der Farmer schon entgegen kommt. Voll gepunmpt mit Adrenalin erzählt uns der sonst eher ruhige, zurückhaltende Mann mit grossen Gesten und blitzenden Augen von dem Feuer und der Arbeit, die sie jetzt alle verrichtet haben. Solange der Wind nicht dreht, sei wohl alles soweit unter Kontrolle. Da setzen wir uns also hin und essen die Erdnussbutterbrote selber und lauschen seinen Erzählungen. Anschliessend duscht er noch kurz, packt die Reisetasche ins Auto und schwupps, weg sind sie.

Nun habe ich plötzlich eine xx Hektar grosse Farm mit jeder Menge Vieh unter meiner Verantwortung. Aber sie haben mir alles gut gezeigt und es gibt noch einen Farmarbeiter, der sich um das ganze Weidevieh kümmert und auch in der Nähe wohnt – im Notfall. Sie fahren ganz beruhigt für ein paar Tage weg und freuen sich, dass ich da bin und mich kümmere. Schön!

So habe ich jetzt also wieder einen Rhythmus und eine Aufgabe. Das fühlt sich gut an. Schon jetzt komme ich an den Punkt, wo ich ganz klar erfahre, dass ich eine Aufgabe brauche und ein Ziel vor Augen – nur so in den Tag hineinleben, das ist nichts für mich. Obwohl die Freiheit, sich seine Aufgaben zeitlich nach Wunsch einrichten zu können schon eine feine Sache ist. Und immer wieder eine neue aufregende Aufgabe zu haben, das finde ich echt spannend. Und zwischendurch immer wieder einmal für ein paar Tage oder Wochen eine Art „Zuhause“ zu haben, das ist sehr schön, und auch wichtig, um all die vielen Eindrücke sacken zu lassen. Es ist eine Art natürlicher Rhythmus, der mir guttut: Herumziehen – Dasein, viel erleben – Ruhepause, das ist wie ein- und ausatmen. Die beiden Haushunde – Poppy und Sybill – leisten mir Gesellschaft (oder ich ihnen?) und so sind wir alle miteinander zufrieden.

Ich geniesse es, auf der Farm zu sein und hier herumzuspazieren. Meistens nehme ich die Arbeitshunde mit, die selbstverständlich keinen Strich auf mich hören, sondern fröhlich durch die Gegend tollen und die Rinder, die Schafe und mich ganz kirre machen. Der Ausblick über diese rollenden, goldenen Hügel fasziniert mich – er strahlt eine Ruhe und Beständigkeit aus, die mir guttut. So habe ich auch wenig Lust in der Gegend herum zu gondeln, sondern fahre nur ein oder zwei Mal in die Stadt, um Besorgungen zu machen und mich mal in ein Café zu setzen zum Leute gucken.

Die Arbeit bietet schon auch ein paar Herausforderungen für mich: das Bullenfüttern habe ich ja schon angesprochen; auch das im Gelände herumfahren mit dem Kubota ist am Anfang nicht so einfach. Dann muss in irgendwann eine neue Futtermischung malen, wobei der Treibriemen in der Maschine von seinem Rad rutscht. Vorausschauend hatte der Farmen mir allerdings gezeigt, wie ich das wieder hinkriegen kann, na ja und das hab ich dann auch. Nach ein paar Tagen fühle ich mich richtig stolz, wenn ich mit meinen vier Hunden auf der Ladefläche durch die Gegend fahre, rumhantiere, füttere und irgendwie alles ganz gut klappt. Da fühl ich mich fast wie eine Farmerin. 😉

Ein bisschen besorgt bin ich über diesen Grasbrand auf der Nachbarfarm, der immer wieder aufflackert. Die Vorstellung eventuell vor einem Feuer flüchten zu müssen behagt mir nicht. Die Farmerin meinte allerdings beim Abschied ganz cool, ich solle versuchen die Haushunde mitzunehmen und die anderen aus ihren Zwingern zu lassen……diese Menschen hier leben mit den Risiken von Feuer, Dürre, Flut und Erdbeben und lassen sich davon trotzdem nicht aus der Ruhe bringen. Feunde des Hauses, die ich bei anderer Gelegenheit kennenlernte haben gerade einen ziemlich heftigen Brand hinter sich. Das Haus konnte zwar vor dem Feuer gerettet werden und auch das Vieh, aber alle Weiden und Bäume sind verbrannt und das Löschwasser hat im Haus grosse Schäden angerichtet. Von dem Brandgeruch, der auch nach Wochen noch penetrant im Haus klebt gar nicht zu reden. Die Leute sind jetzt eben zu Freunden gezogen und warten nun bis Feuerwehr und Versicherung das Haus frei gibt, um alles wieder bewohnbar zu machen. Die Weiden erholen sich zwar schnell, aber bis dahin muss das Vieh (kostenpflichtig) auf fremde Weiden getrieben werden und die Bäume sind verloren und müssen gefällt werden. Der finanzielle Verlust ist enorm.

Die Menschen nehmen es irgendwie stoisch hin, als ob das eben zum Leben gehört. In meiner ganzen Zeit in Hawkes Bay und mit den Farmern und ihren Freunden habe ich kein einziges Wort des Jammerns gehört. Tatsachen werden festgestellt, dann wird nach Lösungen gesucht und diese werden stetig umgesetzt. Unaufgeregt, effektiv und ohne grosse Worte. Es wird getan, was getan werden muss – ohne grosses Gerede. Das imponiert mir mächtig, denn in einer Welt wo der Schein (das Image) oft mehr gilt als das Sein, wo Worte wichtiger genommen werden als Handlungen und wo derjenige, der am lautesten schreit das grösste Stück vom Kuchen bekommt sind solche Menschen zu bewundern. Und zu beneiden, denn zumindest meine beiden Farmer strahlen eine Zufriedenheit aus, die ich nicht oft an Menschen sehe.

Und dann kommt der Regen. Es regent tagelang am Stück und innerhalb dieser paar Tage wandelt sich das Land völlig und wird plötzlich grün. Alles sieht auf einmal ganz anders aus. Die Farmer , inzwischen wieder zurück, sind sehr froh, war doch das Frühjahr extrem trocken und eine Dürre wurde bereits befürchtet. Nun spriesst das junge Grün und die Weidetiere können sich den Bauch damit vollschlagen.

Auf besondere Einladung meiner Gastgeber bleibe ich auch nach ihrer Rückkehr noch einige Tage, denn am Wochenende findet im nahegelegenen Napier ein grosses Festival statt. Anfang der dreissiger Jahre hatte ein verheerendes Erdbeben die Hawkes Bay erschüttert und Napier fast völlig zerstört. Der Wiederaufbau fiel somit in die Art Deco Zeit und daher ist Napier heute eine von nur zwei Art Deco Städten der Welt. An diesem Wochenende steht nun alles im Zeichen der dreissiger Jahre und des Art Deco. Die Farmerin fährt mit mit in die Stadt und wir schauen uns als erstes die Oldtimer Parade an. Prächtige Karossen defilieren an den zahlreichen Besuchern vorbei, liebevoll restauriert, poliert und voller Stolz präsentiert.

Die meisten der Napierleute und alle Fahrer haben Klamotten aus den dreissiger Jahren an, was das Ganze echt eindrucksvoll macht. Ein paar Motorräder und auch Fahrräder sind ebenfalls mit von der Partie und werden begeistert gefeiert. Dass es die ganze Zeit in Strömen regnet scheint niemanden gross zu stören. Alle sind in Feierlaune und lassen sich den Spass nicht verderben.

Nach der Parade bummeln wir durch die Stadt, einige Geschäfte und Galerien haben geöffnet und bieten heute speziell zum Thema Art Deco Kunst, Dekoration und Kleider an. Strassenkünstler unterhalten die Besucher und Cafés laden zum Verweilen ein. Es gefällt mir sehr und bei Sonnenschein ist dieses Fest ganz sicher der Knaller!

 

 

Am übernächsten Tag muss ich meinen Bus nach Wellington nehmen und dann die Fähre nach Picton auf der Südinsel. (Übrigens haben meine Gastgeber das Ticket für mich gekauft! Einfach mal so….) Obwohl ich mich einerseits schon sehr auf die Südinsel freue kann ich mich hier echt schwer lösen. Diese beiden Menschen und auch die Tiere, vor allem natürlich die Hunde sind mir echt ans Herz gewachsen. Der Farmer schaut richtig betreten aus der Wäsche als er sich mit einer Umarmung von mir verabschiedet. Ich muss blinzeln und schnell ins Auto schlüpfen, denn die Abschiedstränen sind auch schon wieder da. Die fliessen dann auch noch, bevor ich in meinen Bus steige. Was sind das doch für feine, feine Menschen, die ich hier kennenlernen durfte! Sehr dankbar fahre ich hier weg und brauche auch im Bus noch eine ganze Weile, bis ich meine Aufmerksamkeit wieder nach vorne und auf mein nächstes Abenteuer richten kann.

Neuseeland – die Nordinsel

Jetzt sind wir also in Sydney! Unser Zimmer ist zwar klein aber die Lage ist super. Wir brauchen nur fünf Minuten laufen und sind an der „Central Station“, haben somit Metro, Bahn und Bus zur Auswahl. Das Wetter ist gut und die Sonne scheint – einem erfolgreichen Stadtbummel steht also nichts im Wege.

Natürlich fahren wir als ordentliche Touristen als allererstes zur Oper und machen unsere obligatorischen Fotos von dieser Sehenswürdigkeit. Dann schauen wir uns die Harbour Bridge an, das Custom House mit der im Glasboden eingelassenen Miniatur der Stadt und natürlich das Queen Vistoria Building. Am späten Nachmittag fahren wir mit dem Boot nach Manly hinaus, spazieren ein bisschen in dieser hübschen kleinen Stadt herum und nehmen dann das Boot zurück um den Sonnenuntergang hinter den Stadt bewundern zu können. Das ist soo schön!!! Ein toller Abschluss für einen tollen Tag.

Am nächsten Morgen verschwinden meine beiden Freunde in Richtung der berühmten Bondi Beach. Ich war dort ja
schon bei meinem ersten Besuch in der Stadt und muss da kein zweites Mal hin. Ich nutze daher die Zeit und kümmere mich um Organisatorisches wie Geld wiederkriegen vom Kakerlakenapartement, Flüge und Unterkünfte raussuchen und buchen – so was alles will ja schliesslich auch gemacht werden. Am Nachmittag treffen wir dann wieder zusammen und spazieren noch ein wenig durch die Stadt und im Botanischen Garten herum. Es braut sich ein ziemlicher Sturm zusammen, aber wir schaffen es gerade noch nach Hause ohne richtig nass zu werden. Den Abend verbringen wir mit unseren Gastgeben und gemütlich zu Hause, denn morgen früh müssen wir schon ganz früh raus und an den Flughafen.

Kaum zu glauben, aber meine ersten drei Monate sind schon um! Wo ist nur die Zeit geblieben? 😉
Jetzt wird ein neues Kapitel aufgeschlagen: Neuseeland!
Ich wollte einfach schon immer irgendwie nach Neuseeland, keine Ahnung warum, und jetzt bin ich sehr gespannt auf dieses Land. Ich habe keine Ahnung, was mich erwartet, denn ich habe diese ganze Reise nicht vorbereitet. Keine Reiseführer, keine Internetrescherche, nichts. Ich erkundige mich ausschliesslich vor Ort in den Informationsbüros, bei den Einheimischen oder auch anderen Reisenden. Das führt natürlich dazu, dass ich manchmal ein bisschen überfordert bin, uninformiert und vielleicht sogar ab und zu eine Sehenswürdigkeit verpasse (kleine Übung zum Umgang mit Kontrolle!) 😉 Die Spannung ist also entsprechend hoch. Obwohl meine Freunde natürlich schon ihre Reiseführer gewälzt haben und wälzen…..

Jetzt also los zum Flughafen und ab nach Auckland. Die Schlange am Check-in Schalter ist bereits ziemlich lang und etwas lustlos reihen wir uns ein. Hmm, Menschenmassen am frühen Morgen (es ist so halb sieben oder so)……und es geht mal gar nichts vorwärts. Da sitzen zwar Mitarbeiten an den Schaltern, aber es wird niemand eingecheckt. Nach einer gefühlten Eeeewigkeit kommt die Info, dass der Flug gestrichen wurde. Was? Wie jetzt? Es dauert relativ lange bis wir im herrschenden Unmuts-Chaos nährere Infos bekommen. Zwei von uns könnten noch fliegen, aber einer müsste morgen nachkommen oder wir fliegen alle drei morgen. Die sehr freundliche von Quantas ausgeliehene Mitarbeiterin freut sich geradezu als wir die morgen zusammen fliegen Variante wählen. Wir bekommen jeder einen Flughafen-Futtergutschein über 25$ und ein Hotelzimmer. Wir tauschen unsere Vouchers gegen Rotwein ein (eigentlich geht das nicht, aber wir belatschert¡n den Restaurantchef solange bis er den Wein rausrückt, den wir blitzschnell in unseren Taschen verschwinden lassen) und lassen uns vom shuttle zu unserem Hotel bringen. Wir bekommen Mittag- und Abendessen, sowie Frühstück am nächsten Morgen aber natürlich ist der Tag trotzdem irgendwie verschwendet. Was soll man auch am Flughafen machen? Und das Wetter ist immer noch schlecht. Aber, ganz ehrlich, ein Ruhetag tut uns allen gut und am nächsten Morgen müssen wir wieder ganz früh an den Flughafen.

Dort bekommen wir gleich das nächste Brett serviert. Nur ich bin auf den angegebenen Flug gebucht, meine beiden Freunde werden überhaupt auf keiner Liste mehr geführt. Ein ewiges Hin- und Her geht los und es zerrt gehörig an unseren Nerven, zumal der Abflugmoment immer näher rückt. Irgendwie kriegen sie es hin, uns alle auf die gleiche Maschine zu buchen und wir rasen los zur Sicherheitskontrolle. Hier werden wir, bzw. ich prompt ein weiteres Mal ausgebremst als die Maschine meinen Pass nicht liest und ich von Hand geprüft werden muss. Hach, ist das alles aufregend! Wir rennen jetzt durch den Flughafen und kommen um 9.01h an unserem gate an. Abflug war um 8.55h aber das gate scheint noch offen zu sein. Der Steward láchelt uns breit entgegen und beruhigt uns, das boarding hat noch gar nicht angefangen – Verspätung! Was ein Glück.
Als wir dann endlich im Flieger sitzen und tatsächlich abheben bin ich richtig erleichtert.

Bei unserer Ankunft in Auckland scheint die Sonne und es ist richtig schön warm. Ich persönlich habe die Nase gestrichen voll von Stadt und allem, was dazu gehört. Daher beschliessen wir, direkt zur Coromandel Halbinsel zu fahren. Und die begeistert uns gleich mal so richtig. Eine kurvenreiche Küstenstrasse beschert uns wundervolle Ausblicke über das Wasser, das in ganz verschiedenen Blau- und Grüntönen schimmert. Hast du schon mal grünes Meer gesehen? Also nicht türkis, sondern richtig grün; das sieht toll aus und geheimnisvoll irgendwie. Die Strasse schlängelt sich immer weiter an der Küste entlang und dann geht es irgendwann hügelan. Eigentlich müssten wir hinter jeder zweiten Kurve stehen bleiben, um die bereits wieder veränderte Aussicht zu geniessen. Die berühmten neuseeländischen langen weissen Wolken geben dem ganzen einen exotischen Touch. Die Hügel sind irgendwie „gestreift“, also es sind da so eine Art Querrillen überall in diesem ganzen grasigen Grün. Mehrere Wochen später erfahre ich, dass diese Rillen von den Schafen gemacht werden. Schafe als Landschafts-Bildhauer. 😉

Das Stádtchen Coromandel ist hübsch, wir bekommen leckeren Kaffee und meine Freunde kaufen schon gleich die ersten Souvenirs ein. Ganz plötzlich steht da eine Grossfamilie vor einem Laden und fängt an zu singen – Moarigesänge. Fremd und geheimnisvoll hört sich das an, Strassenperformance der etwas anderen Art – wenn mich doch bloss das Ganze nicht so an die Kelly Familie erinnern würde………

Wir fahren weiter und nach bekannter und guter Manier halten wir immer wieder an, machen kleine Spaziergänge, Fotostops und schauen auch mal den ein oder anderen Ort an. In Whitiane wollen wir dann übernachten und bekommen in der Touristeninfo einen tollen Tip für eine cabin am Fluss. Tatsächlich bekommen wir das letzte Häuschen mit einem kleinen Picknickplatz direkt vor der Tür in der Sonne. Wir packen unseren Krempel aus und geniessen ein leckeres Abendessen bevor wir uns aufmachen, den Fluss zu erkunden. Wunderschön in der Abendstimmung! Willkommen in Neuseeland 😀

Am nächsten Morgen wandern wir zu einem kleinen Wasserfall in der Nähe und kehren auf einem anderen Weg auch noch einmal zum Fluss zurück.
Es blühen ganz viele wunderschöne rote Blumen am Wegrand …. ich könnte hier jetzt gerade mal den Tag verbummeln. Aber schliesslich haben wir ja nicht alle Zeit der Welt (grosser Unterschied, ob man im Urlaub ist oder eine Langzeitreise macht!) und so verabschieden wir uns schliesslich vom Fluss und machen uns auf den Weg zur „Hot Water Beach“.

Es gibt hier eine heisse Quelle, die an zwei Stellen am Strand an die Oberfläche kommt. Bei Flut befinden sich die Stellen unter Wasser, aber bei Ebbe kann man sich einen kleinen Pool in den Sand schaufeln und hat dann quasi einen privaten heissen Pool am Strand. Hört sich cool an, also packen wir einen Spaten ein und starten los zum Strand. Natürlich ist diese Naturattraktion eine Sehenswürdigkeit der Gegend und jedem Touristen wird gesagt, dass man das gesehen haben muss. Wir rechnen also schon mit einem grösseren Andrang. , was sich uns allerdings bietet ist jenseits von allem……. hunderte von Menschen drängeln sich am Strand und buddeln wie die Bekloppten Löcher in den Sand, die sich anschlies- send langsam mit heissem Wasser füllen. Man kann natürlich nicht zu nah an die Quellen kommen, da das Wasser irgendwie mit 80 Grad oder so rauskommt. Aber zu weit weg kann man auch nicht sein, denn sonst drückt das kalte Meerwasser herein. Hunderte von buddelnden, schwitzenden, lauten Menschen – sorry, Leute, aber ohne mich. Wir bremsen kurz ab und geniessen das warme Wasser und den warmen Sand an unseren Füssen, bestaunen die Aktivitäten der ganzen Leute und verlassen schnellstens diesen Strand.

Unsere Fahrt führt uns nun nach Hanai und dem „Cathedral Rock“ (du merkst schon – die Reiseführer waren heute mit von der Partie) ;-). Auch hier jede Menge Besucher, aber nicht so übervoll wie am heissen Strand. Wir beschliessen zum Cathedral Rock zu laufen und ich setze mich mal für zwei Stunden ab – irgendwie hab ich noch ein bisschen Anpassungsschwierigkeiten an die hiesige Energie. Alles ist wirklich wunderschön, aber in mir brodelt es und ich fühle mich nicht im Gleichgewicht. Was mir dann immer guttut ist Bewegung in der Natur. Also lasse ich die beiden gemütlich bummeln und ich lege einen strammen Schritt zu. Es ist zwar nicht ganz ein bushwalk, aber doch ein schöner langer Spaziergang an der Küste entlang mit tollen Aussichten, kleinen Buchten und Stränden und dann zu guter Letzt der Cahtedral Rock, ein Kalksteinfelsen im Meer. Wie erwartet geht es mir jetzt nach dem Laufen viel besser und nachdem wir noch ein wenig eingekauft haben machen wir uns auf den Rückweg zu unserer cabin am Fluss.

Am nächsten Morgen führt uns unser Weg in ein kleines Städtchen namens Waihi Beach. Hier machen wir einen wunderschönen, ausgedehnten Spaziergang am Strand und finden Unmengen von ganz flachen silbernen, weissen und schwarzen Muscheln. Sie sehen aus wie kleine Schmuckstücke und wir sammeln und sammeln und können kaum damit aufhören. Schweren Herzens reissen wir uns schliesslich los, essen noch eine Kleinigkeit zu Mittag und fahren dann weiter nach Tauranga und Mount Manganui (ich bitte diese unmöglichen Namen zu entschuldigen! Ich hab da auch meine Schwierigkeiten, aber die Maorisprache geht eben so). Diese Gegend wurde uns mehrfach empfohlen, aber was wir von der Strasse aus sehen gefällt uns irgendwie nicht so gut und ausserdem ist Tauranga eine ziemlich grosse Stadt, was uns auch ein bisschen abschreckt. Wir fahren also noch ein wenig weiter bis in ein kleines Küstenstädtchen mit dem Namen Papanou Beach, wo wir eine cabin ganz in der Nähe des Strandes finden. Wir machen einen richtigen Strandtag heute mit spazieren am Strand, baden gehen, sonnenbaden und schliesslich lecker Abendessen Picknick am Strand. Das liebe ich ja besonders! Der Tag verabschiedet sich langsam, du sitzt im Sand und schaust zu wie sich die Farben des Meeres verändern, das Glitzern schliesslich erlischt und die Nacht alle Farben aufsaugt bis nur noch Schwärze übrig bleibt. Zum guten Abschluss dieses Tages, und weil es gegen Ende am Strand doch recht kühl wurde, setzen wir uns in den 40 Grad warmen grossen Salzwasser Hot Pool in unserer Anlage. Ich schlafe wie ein Baby in dieser Nacht!

Auf der Weiterfahrt nach Süden kommen wir an einem See vorbei und sehen unser erstes Maori – Meetinghaus. Wie du vielleicht schon aufgrund der ungewöhnlichen Ortsnamen festgestellt hast ist die Maorikultur in Neuseeland deutlich präsenter als die entsprechende Aborigenekultur in Australien. Doch noch haben wir keine Ahnung davon sondern schauen uns einfach nur die Schnitzereien und fremdländischen Formen und Farben an.

Kaum einmal um die Kurve gefahren steht ein Wasserfall angeschrieben und kurzentschlossen biegen wir ab, um nach einem kurzen bushwalk vor einem wirklich hübschen kleinen Wasserfall zu stehen. In mehreren Kaskaden stürzt das Wasser tosend über die Felsen und feine Gischt stäubt in die Luft, rundherum viel Grün und die Sonne scheint – was will man mehr?!

Schon kurz darauf kommen wir bereits in Rotorua an. Wir checken in einem Hostel ein und machen uns daran, herauszufinden, was es hier zu tun gibt. Das touristische Angebot erschlägt uns fast: vom Rundflug über den See über geführte Wanderungen, kulturellen Shows, Museen, Rafting, Mountainbiketouren, Abseiling, Bungee jumping bis hin zum Knochenschnitzen kann man hier aber auch alles machen. Wir buchen für den kommenden Tag einen Besuch im Maoridorf mit Führung, kulureller Show und Besuch eines Geysirs. Wir erhoffen uns ein bisschen etwas über die einheimische Kultur zu erfahren. Heute schauen wir uns die Stadt etwas an und spazieren ein wenig am See entlang, aber es ist kühl und windig hier und der See hat eine dunkelbraune Farbe und ist irgendwie nicht so richtig schön. Deshalb beschliessen wir, noch zu den beiden kleineren Seen in der Nähe zu fahren. Wieder (wie in Mount Gambier) liegen hier zwei Seen ganz nah beieinander, wobei der eine knallblau und der andere grün ist, nur getrennt durch einen schmalen Landstreifen. Leider steht die Sonne bei unserer Ankunft schon ganz tief, sodass die abendlichen Schatten die Farben bereits verblassen liessen und wir nur noch zwei ganz normale Seen vorfinden. Trotzdem bleiben wir und setzen uns ans Seeufer zu einem Picknick.

In dieser Nacht schlafe ich ganz schlecht. Plötzlich stinkt es nämlich nach Schwefel, dass es einem grad schlecht wird! Klar, wir sind hier auf einem Gebiet mit starker geomantischer Aktivität, sprich aktive Vulkantätigkeit. Tagsüber hat man davon nichts gemerkt aber jetzt in der Nacht stinkt es so stark, dass ich davon mehrmals aufwache und kaum mehr einschlafen kann. Am nächsten Morgen fühle ich mich natürlich wie gerädert und habe Kopfschmerzen. Obwohl wir eigentlich zwei Nächte hier bleiben wollten, bitte ich meine Reisebuddies doch darum, weiterzufahren, was auch kein Problem ist. Aber erst besuchen wir das Maoridorf! Das ist schnell gefunden und wir betreten das Dorf durch einen Bogen und über eine Brücke. In dem Fluss unter der Brücke schwimmen junge Burschen im sicher kalten Wasser und wollen, dass wir Münzen hinunterwerfen. Sie tauchen die Münzen von Grund herauf, beissen darauf und bewahren sie dann im Mund auf bis sie wieder an Land kommen. Anscheinend geht diese seltsame Sitte schon zurück auf die ersten Siedlerzeiten…..

Unsere Führung durch das Dorf geht gleich los und wir werden von einer jungen Maoridame mit einem freundlichen „Kia ora“ begrüsst. Sie erzählt uns, dass die Maori die häuslichen Arbeiten alle in Gemeinschaft verrichten, das heisst die Frauen treffen sich zum gemeinsamen Kochen. Hier treffen sie sich an einem natürlichen Ofen, wo so viel Hitze aus dem Boden kommt dass ein ganzes Hühnchen in weniger als einer Stunde gegart ist. Direkt nebenan ist ein kleiner Kraterpool, mit kochen heissem Wasser gefüllt, wo Kartoffeln, Gemüse und Eier gekocht werden. Überall brodelt und brubbelt es, heisser Dampf steigt auf und natürlich riecht es stark nach Hölle! 😉

Als nächstes kommt die Badelandschaft. Steinerne Becken, durch ein einfaches Kanalsystem miteinander verbunden dienen als Sitzbadewannen. Allerdings könnte sich kein Europäer da rein setzen, da das Wasser viel zu heiss ist. Der Spruch „als Kind zu heiss gebadet“ bekommt hier eine buchstäbliche Bedeutung! 😉
Am grossen Versammlungshaus wird uns erklärt, dass der oberste Kopf die Vorfahren symbolisiert, die Giebelleisten die Arme, und die Deckenbalken quasi die Rippen darstellen. Überall sieht man diese typischen Fratzengesichter mit den herausgesteckten Zungen. Es wird uns erklärt, dass hier vor dem Versammlungshaus Fremde empfangen wurden und auch Maoris aus anderen Sippen – es wurde oft über Krieg oder Frieden entschieden. Auch andere Stammesangelegenheiten wie Hochzeiten oder auch Beerdigungen wurden hier zelebriert. Das Haus an sich dient sowohl kommunalen als auch religiösen Zwecken und wird bis zum heutigen Tag als solches benutzt, auch von den inzwischen ganz modern lebenden Maori. Wir werden weitergebeten zur Schow. In traditionellen Kostümen werden uns verschiedene Tänze und Lieder vorgeführt. Besonders die Kriegstänze der Männer muten sehr archaisch an! Die Männer springen wild herum, stossen Schreie aus und schlagen sich selbst mit Händen und Fäusten auf die Brust und die Oberschenkel, dass es nur so klatscht. Dazu reissen sie ihre Augen weit auf und strecken ihre Zungen heraus. Also ganz ehrlich, wenn man sich eine ganze Meute halbnackter Männer vorstellt die so auf einen zugestürmt kommen, da kann es einem schon Angst werden! Die Jahreszeiten- oder Liebestänze erinnern eher an die Hulatänze der pazifischen Inseln, von wo die neuseeländischen Maori ja ursprúnglich auch kommen. Obwohl das Ganze natürlich speziell für die Touristen aufgeführt wird ist es doch interessant.

Nach der Show haben wir noch genügend Zeit, um in den Läden zu stöbern und uns mit den Leute zu unterhalten. Wir treffen einen Tätowierer, der bereitwillig erklärt, was hinter der wichtigen, traditionellen Arbeit des Tätowierens steht, was er alles lernen musste und dass jedes Tatoo individuell entworfen wird, je nach dem welche Prioritäten und Werte der Mensch hat. Auch beim Jade- und Knochenschnitzer sind wir etwas länger und lassen uns die einzelnen Motive erklären. Die Arbeiten sind wunderschön aber auch sehr teuer. Die weissen Anhänger werden traditionell aus Walknochen gefertigt und die grünen aus neuseeländischer Jade (billige, chinesische Importware ist leider auch hier auf dem Vormarsch). Wir unterhalten uns eine Weile mit einem der Schnitzer über die Schwierigkeit, überlieferte Traditionen und modernes Leben unter einen Hut zu bekommen – es scheint eine Gratwanderung zu sein.

Anschliessend umrunden wir das gesamte Dorf noch und spazieren ein paar niedrige Hügel hinauf. Wir kommen an ganz verschiednen Blubberlöchern, Schlammgruben und heissen Teichen vorbei (es stinkt natürlich immer noch nach Schwefel = faulen Eiern. Bei mir löst das Kopfschmerzen und Brechreiz aus, bei meiner Freundin Appetit auf Eiersalat!!!!)
Und hier ist er! Der erste Geysir meines Lebens. Rund 20 Meter hoch schiesst die Wasserfontäne, weiss und fauchend und die Sonne glitzert in den Millionen Tröpfchen der Gischt, dass es aussieht als regnete es Diamanten. Das ist atemberaubend! Wir stehen lange und schauen diesem Naturschauspiel zu.

Rundum zufrieden machen wir uns am späten Nachmittag auf unsere Weiterfahrt. Da wir am nächsten Tag noch in den „Geothermalen Park“ wollen suchen wir uns eine Unterkunft in der Nähe dieses Vulkan-Parks. Also, das ist unsere Idee – leider stellt sich heraus, dass es hier kein Dorf und keine Stadt und auch keine Unterkünfte gibt. Zwischen Rotorua und Taupo (das ist die nächste Stadt) gibt es diesen Park, ein paar einsame Farmen, eine Milchfabrik, ein Fernfahrermotel und einen Campingplatz. Sonst nichts. Aber Taupo ist 50 km vom Park entfernt und so weit wollen wir dann doch nicht fahren und morgen früh wieder zurück. Also die Fernfahrerkneipe oder der Campingplatz?! Wir versuchen telefonisch unser Glück auf dem Campingplatz und tatsächlich können wir noch eine cabin ergattern. Wir finden den Platz auch ohne grosse Probleme, checken ein und wundern uns, dass wir gar keine Leute sehen. Ja, es sei heute ein bisschen ruhig bestätigt die kleine Chinesin, die den Laden schmeisst und sich gebärdet als sei sie auf Speed. Sie erzählt uns etwas von einem „hot
stream“ und einem „hot Pool“ und die Idee in einem heissen Fluss zu baden gefällt uns ausnehmend gut. (Allerdings ist ihre Aussprache generell schwierig und die Sprachgeschwindigkeit einem Maschinengewehr nicht unähnlich, daher sind wir nicht sicher, ob wir alles richtig verstanden haben!)

Auf diesem Campingplatz befindet sich, um ganz genau zu sein: niemand. Keiner da. Alles leer. Als wir unsere cabin aufschliessen merken wir auch warum! Die Betten sind kurz und so durchgelegen, dass wir uns sofort überlegen, auf dem Boden zu schlafen. Es ist heiss und stickig hier drin und der Kühlschrank ist ausgesteckt und zu – wie der mufft, kannst du dir vielleicht denken. Aber das Geschirr etc. ist sauber und die Bettwäsche scheint ebenfalls in Ordnung zu sein. Also packen wir unser Zeug in den grossen, leeren Kühlschrank der Gemeinschaftsküche (der ist kalt und sauber), unseren restlichen Krempel in die cabin und machen uns auf den Weg, den heissen Fluss zu suchen. (Was bleibt uns auch schon übrig? a) 30km zurück nach Rotorua b) weiter nach Taupo und dann morgen wieder 50km zurückfahren c) ins Fernfahrermotel gehen d) hier bleiben…….wir bleiben. Mutige, abenteuerlustige traveller, die wir sind hahaha).
Der „hot stream“ entpuppt sich als ein Bächlein, aber schön warm ist das Wasser auf jeden Fall. Am oberen Ende des Grundstücks befindet sich ein kleines Becken, das ist wohl der „hot pool“, denn direkt daneben befindet sich ein leerer, wasserloser normaler Pool und fristet ein kümmerliches Dasein. Am unteren Ende des Platzes finden wir einen weiteren kleinen Naturpool mit einem winzig kleinen Wasserfall unter den man sich aber setzen kann und so das heisse Wasser als Spa-Massage auf die Schultern prasseln lassen kann! Das ist jetzt mal megacool!! 😀 😀 😀 Finden leider auch die Mosquitos, die sich über uns als lecker Abendessen freuen. Übrigens konnten wir inzwischen drei Personen und einen Hund ausmachen, die mit uns zusammen diesen Platz bewohnen, der eigentlich richtig schön sein könnte mit den grossen Bäumen und den verschiednen cabins, die sich auf dem grossen Platz verteilen. Leider ist alles total heruntergekommen und ein bisschen vergammelt. Ausser unserer ist nur noch eine weitere cabon geputzt, alle anderen sind eingestaubt und offensichtlich schon länger nicht bewohnt worden. Schade eigentlich…..

Erstaunlicherweise können wir uns alle am nächsten Tag aus den durchgelegenen Betten erheben und haben sogar ganz gut geschlafen – hartgesottene traveller! 😉 Wir machen uns fröhlich auf um ins vulkanische Wunderland aufzubrechen, die berühmten Champagnerpools zu sehen und einen Geysir, der täglich um 10.15h einen Wasserstrahl in die Höhe schiesst.(?????) Wir sind pünktlich zur Stelle und der Geysir mit dem hochtrabenden Namen „Lady Constance Knox“ dampft ein wenig vor sich hin. Um zehn Uhr erscheint ein Maori und zieht eine Show ab, alle müssen auf Maori „Hallo“ sagen und so – ich fühle mich dabei immer wie drei und im Kasperltheater. Dann erzählt er lang und breit wann und wie der Geysir entdeckt wurde und warum er so heisst wie er heisst. Das zahlreiche Publikum wird schon unruhig, hauptsächlich weil er immer genau im Bild steht und du kein Foto machen kannst, ohne dass er mit drauf ist. Dann ist es irgendwann 10.12h und er kippt irgendwas in den Geysir oben hinein worauf dieser tatsächlich beginnt zu blubbern um dann ganz pünktlich eine Wasserfontäne nach oben zu schiessen. Damit wäre zumindest das Geheimnis der täglich gleichen Uhrzeit geklärt. Und ich bin ein bisschen unzufrieden, weil wir Menschen nicht mal einen Geysir einfach in Ruhe vor sich hinblubbern lassen können, sondern ihn beeinflussen müssen. Als der Geysir aufhört zu blubbern verlassen alle fluchtartig den Ort des Geschehens und fahren weiter ins „Geothermal Wonderland“, was auch unser Ziel ist. Wir warten ein wenig bis sich die meisten verzogen haben und schauen uns auf dem Weg noch die „Mud Pools“ an. Das sind blubbernde, dampfende, stinkende graue Schlammlöcher, die irgendwie eine ganz besondere Faszination auf uns ausüben.

Diese setzt sich dann auch im Wunderland fort. Vulkanische Tätigkeiten sind hier in ganz verschiedenen Formen zu erleben. Es gibt einfache Löcher im Boden aus denen Dampf und heisse Luft austritt, man sieht giftgelbe Schwefelablagerungen und mit Schlamm oder Wasser gefüllte Krater. Das Wasser kann dabei je nach Mineralien-gehalt völlig verschieden aussehen von milchig weiss über grün und blau bis hin zu einem phosphoreszieren- den Gelb. Auch die Ausblühungen und Ablagerungen sind oft bunt, gelb,gün, grau manchmal sogar pink. Es gibt kleine stinkende Teufelslöcher und grosse Ebenen, wobei die Champagnerpools und die angrenzende Ebene schon beeindruckend sind. Wir laufen fasziniert durch diese fremde Welt aus Felsen, Gestein, Dampf und Schwefelgeruch (meine Freundin hat schon wieder Hunger auf Eiersalat!) und können uns kaum satt sehen. Ich kannte in punto Vulkane bisher nur den Timanfaya Nationalpark auf Lanzarote, aber das hier ist völlig anders. Anscheinend gibt es verschiedene Vulkane, die die Landschaft auf völlig unterschiedliche Weise verändern. Ein wirklich spannender, lohnender Ausflug und wir bleiben bis wir auch wirklich alles gesehen, bewundert und auf Fotos festgehalten haben. (Ich habe mittlerweile versehentlich meine Kamera von einem Felsen aus ins Meer fallenlassen und muss daher hier leider auf Handyfotos zurückgreifen. Sorry!)

Wir haben mit viel Glück den gesamten Vulkanland Besuch ohne Regen überstanden, aber jetzt bei unserser Weiterfahrt fängt es an, heftig zu schütten. Daher halten wir in Taupo gar nicht erst an, obwohl die Stadt am grössten Kratersee der Nordinsel sicher einen Besuch wert wäre. Aber die Wolken hängen ganz tief, man hat keinerlei Aussicht und es regnet in einer Tour. Also was soll’s? Nach Taupo kommen wir durch ein sehr grosses Gebiet, das so eine Art Tundra ist. Sand, Steine und ganz niedriges Gestrüpp beherrschen das Bild bis an den Horizont. Links und rechts des schnurgeraden highways steigen im Hintergrund die Hügel an und an einer Stelle sehen wir sogar höhere Berge mit ein paar Schneeresten darauf. Bald schon sehen wir Schilder, die das gesamte Gebiet als Militärgebiet ausweisen. Der Durchfahrende wird streng darauf hingewiesen, auf der Strasse zu bleiben, da sonst Lebensgefahr durch Minen herrscht. Aha! Danke auch. Ich denke mal, wir sind nun endgültig „off the beaten track“ = abseits der normalen Touristenstrecke. Und obwohl uns dieses Militärding ein bisschen verblüfft hat sind wir doch von der Landschaft irgendwie eingefangen. Eigentlich ist es nämlich total langweilig und trotzdem (oder gerade deswegen?) irgendwie grandios. (Leider kann ich aufgrund miserabler Ausstattung und miserablen Sichtverhältnissen keine Fotos liefern).

Wir erreichen ein kleines Städtchen namens Waitape, wo wir an einem netten kleinen Motel halten und den unglaublich schwulen Manager solange freundlich belabern bis er uns ein Zimmer zu einem Sonderpreis gibt. (Ich weiss bis heute nicht, wie genau das zustande gekommen ist!) Auf jeden Fall haben wir ein schönes Zimmer mit Küche und einem schönen Bad, alles tip top sauber, rund 30% günstiger und können auch noch die Waschmaschine und den Trockner benutzen. Happy Happy! Lecker Abendessen, saubere heisse Dusche und alle Wäsche gewaschen – tja, auf solch elementare Dinge beschränkt sich das Streben eines (Langzeit-) Reisenden abseits der Hotels und Resorts. 😉

Am nächsten Morgen regnet es noch immer in Strömen, doch wir bleiben optimistisch und fahren weiter – was bleibt uns auch anderes übrig?! Die Landschaft verändert sich und besteht jetzt hauptsächlich aus ziemlich runden, grünen Hügeln – Hobbitland! Schafe und Kühe sehen aus wie auf das Grün getupft, vereinzelt bekommen wir eine Farm zu Gesicht. Mensch, hier musst du mit Alleinesein echt klar kommen! Wir fahren oft viele Kilometer von einer Farm bis zur nächsten, ganz zu schweigen von Ortschaften. Gestern ud heute habe ich Neuseeland zum ersten mal wirklich als dünn besiedelt erlebt. Leider regnet es den ganzen Tag ohne Pause, trotz unseres Optimismus. Wir haben in Whanganui ein Zimmer in einerm Motel gebucht und sind froh, dass wir nicht im Regen herumsuchen müssen. Die Rezeptionistin ist sehr freundlich und aufgeschlossen und erzählt uns, dass das Motel gerade eben gestern verkauft worden war und die neuen Besitzer den ersten Tag offen hätte. Daher wären auch keine anderen Gäste hier. Schon wieder!! Ich könnte mich kaputtlachen! Ein ganzes Motel für uns alleine. Das Zimmer ist okay und die grosse Gemeinschaftsküche lädt geradezu zu einer richtigen Kocherei ein. Unser Koch schwingt also die Messer und wir bekommen ein Superabendessen. Da es immer noch giesst hauen wir uns im Wohnzimmer von den riesengrossen Fernseher, köpfen eine Flasche Wein und schauen uns eine DVD an. Gemütlich, irgendwie fast ein bisschen wie zuhause zu sein…..

Bei strahlendem Sonnenschein machen wir uns am nächsten Morgen auf den Weg nach Paraparaumu. Wir halten ein paar Mal unterwegs aber eigentlich gibt es hier nicht wirklich was Tolles zu sehen. An unserem Ziel angekommen gehen wir direkt an den Strand, den wir nach nur wenigen Tagen im Inland doch schon vermisst haben. Wir finden ganz viele ganz tolle Muscheln und Schnecken und sind schon wieder total im Sammlerhimmel. (Was soll ich nur mit all den Muscheln machen? Die sind ja auch schwer! Aber sooo schön!!)
Unsere heutige Unterkunft ist der absolute Knaller! Wir haben einen ganzen Gästeflügel für uns, zwei Schlafzimmer, Bad, Wohnzimmer, Balkon alles neu und super liebevoll eingerichtet. Flauschige Handtücher, duftende Betten, Tee Kaffee und Kekse stehen bereit und wir fühlen uns wie im Himmel! Das schöne, grosse Haus steht direkt an einem Fluss und nur wenige hundert (unverbaute) Meter vom Meer entfernt. Nachdem wir eingecheckt und uns hemmungloser Freude hingegeben haben beschliessen wir einen langen Spaziergang am Fluss entlang und ans Meer. Unterwegs kommen wir mit einer Frau ins Gespräch, die uns auch gleich mitteilt, dass sie Maori ist. Also teilweise Maori (es gibt überhaupt keine reinen Maori mehr). Sie erzählt uns eine ganze Menge über die Geschichte und über die aktuelle Lage der Maori, was sehr interessant ist. Allerdings ist sie sehr zornig und das passt so gar nicht zu unserer Happy-Holiday Stimmung, so verabschieden wir uns nach einer Weile sehr herzlich von ihr und bedanken uns auch ehrlich für die erhaltenen interessanten Infos. An anderer Stelle erzähle ich dir ein bisschen mehr über die neuseeländische Geschichte, aber noch weiss ich selber zu wenig.

Wir verbringen einen gemütlichen Abend und als wir am Morgen aufstehen finden wir ein ganzes Frühstücksbuffet vor! So was gab’s noch gar nicht! Alles, was das Herz begehrt steht da, hübsch aufgebaut und zum Verzehr bereit, und zwar erstklassige Produkte!
Zudem bieten uns unsere Gastgeber an bis zum Nachmittag im Apartement zu bleiben und das lassen wir uns nicht zweimal sagen. Bis Wellington ist es nur noch eine kurze Strecke und wir haben genügend Zeit. So gehen wir noch einemal zu einem anderen Strand und finden noch schönere Muscheln. In Massen! Unglaublich! Und jede Menge hübsches Treibholz – man wünscht sich direkt, Künstler zu sein…. Wir verbummeln den ganzen Vormittag am Strand und fühlen uns so entspannt und gelöst wie nur was, herrlich!

Schliesslich müssen wir aber doch unser Auto beladen und uns auf den Weg nach Wellington machen. Ich checke noch kurz die Adresse unseres Apartements und – Schreck!!! – stelle fest, dass ich keine Bestätigung der Buchung bekommen habe und somit auch keine Reservierung habe! Oh Mist, dann heisst es jetzt aber hurtig nach einer Unterkunft gesucht! Glücklicherweise finden wir schnell etwas und können uns so ganz entspannt auf den Weg machen. In Wellington angekommen melden wir uns dann bei unserem Host zur Schlüsselübergabe und es stellt sich heraus, dass er ganz neu auf dieser Webplattform ist und keine Ahnung hat, wie das zu laufen hat. Wir brauchen gefühlte hundert SMS bis er dann tatsächlich erscheint und uns die Schlüssel übergibt. Die kleine Wohnung liegt sehr zentral, im 15. Stock eines grossen Hauses und ist modern und minimalistisch eingerichtet. Wir checken ein und machen uns dann auf zu einem ersten Erkundungsgang durch die Stadt. Wir bummeln am Hafen entlang, schauen uns die Schaufenster an, schlecken ein Eis und versuchen, uns zu orientieren. Eine durchaus sehr angenehme Atmosphäre herrscht hier, da die Sonne so schön scheint und es recht schön warm ist kann man sich fast fühlen wie am Mittelmeer. Tatsächlich sschlendern viele Menschen müssig durch die gegen, die Strassencafé und Bars sind voll und jeder scheint gute Laune zu haben.

Unser Abendessen nehmen wir heute einmal in einem hübschen Restaurant ein. Leider ist das Essen nur so lala, die Rechnung dafür gesalzen. (Hab ich schon erwähnt, dass Neuseeland recht teuer ist?) Unser Grosser ist auf jeden Fall noch nicht satt und so bummeln wir noch über den Foodmarket, der heute in der Fussgängerzone abgehalten wird. Er bekommt eine richtige Currywurst, die ihm offensichtlich besser schmeckt, als das Essen im Restaurant. Zufrieden und satt und müde fallen wir in unsere Betten.

Am nächsten Tag beschliessen wir einen Besuch im berühmten Te Papa Museum zu machen. Wir erfahren in diesem modernen, interaktiven Museum viel Interessantes über das Erdinnere und die Bewegungen der verschiedenen Erdplatten, sowie über Erdbeben und Tsunami. Eine weiter Abteilung bietet Wissenswertes über Flora und Fauna Neuseelands und wir schauen uns unter anderem an, wie die Muscheln heissen, deren Schalen wir am Strand gefunden haben. (Leider hat mein reiseumnebeltes Gehirn diese Details schon wieder vegessen!) In einem dritten Teil des Museums wird über die Geschichte des Landes informiert, aus meiner Sicht allerdings etwas einseitig die weisse Siedlergeschichte in den Vordergrund gestellt. Es gibt allerdings schon einiges auch von den Maori, wie beispielsweise ein grosses Kanu (Waka genannt), nachgebaute Hütten und ein kunstvoll mit Schnitzereien verziertes Versammlungshaus, sowie Flechtwaren, Waffen und Musikinstrumente. Den Höhepunkt der Ausstellung stellt ein modernes Kunstwerk dar: ein nachgebautes Versammlungshaus, das alle wichtigen Maorikennzeichen hat, allerdings nicht nur die Insignien des einzelnen Stammes aufweist, sondern die aller Völker. Auch viele Tiere und Pflanzen sind mit abgebildet. Die Aussage der diversen Künstler soll sein: Alle Völker unter einem Dach vereint und Frieden für alles Leben auf dem Planten. Ein sehr beeindruckendes Kunstwerk mit einer wundervollen Botschaft. (Es sieht auf dem Foto ein bisschen kitschig aus, aber es ist echt schön! Für bessere Bilder und mehr Info bitte hier klicken)
Alles in allem ein tolles und sehr empfehlenswertes Museum und ein gelungener Tag. Wir spazieren noch eine Weile durch die Stadt, doch die Stimmung sinkt jetzt rapide ab – es ist unser letzter Tag zusammen, morgen fliegen die beiden zurück nach Hause……

Das Taxi wartet um vier Uhr morgens auf die beiden. Wir drücken uns alle fest und ich weiss gar nicht, wer sich eigentlich am schlechtesten fühlt……
Jetzt bin ich also wieder alleine und auf mich gestellt. Nach fast fünf Wochen gemeinsamen Reisens mit meinen Freunden ist das ein sehr komisches Gefühl, aber trotzdem bin ich froh, dass ich noch weiter reisen kann und noch nicht wieder zurück muss. Was wohl jetzt auf mich zukommt? Auf jeden Fall brauche ich ein bisschen Ruhe und Zeit für mich, um all die vielen Eindrücke der letzten Wochen zu verarbeiten. Da trifft es sich gut, dass ich einen Housesit ergattern konnte, irgendwo im Nirgendwo auf einer Farm….

Brisbane und dann in Richtung Süden

Unser Flieger bringt uns von Adelaide nach Brisbane, wo wir ein Apartment gemietet haben. Wie sich erfreulicherweise herausstellt ist es in richtig cooles Apartment mit einem Barbecue und einem Endless-Pool auf dem Dach!! Wir sind geflasht und gehen gleich mal für ein gepflegtes (vegetarisches) 😉 Grillfest einkaufen.

Ab und zu kommt jemand und dreht ein paar Runden im wunderbar warmen Pool, aber im grossen und ganzen haben wir diese Megadachterrasse für uns, lümmeln in den Loungesessel, trinken eisgekühlten Weisswein und schlemmen geradezu hemmungslos. Der Blick ist ganz toll, wir sehen den Fluss tief unter uns in der Sonne glitzern, die City Cats (das sind Wassertaxis) flitzen hin- und her und ein grosses Kreuzfahrtschiff liegt quasi direkt unter unserem Haus vor Anker. Die Stadt ist nicht weit entfernt und wir geniessen einen ziemlich einmaligen Blick auf die Skyline. Als dann auch noch die Sonne in einem atemberaubenden Schauspiel untergeht und alles in ein orange-goldenes Licht taucht sind wir auf unserser Glücklichsein-Skala ganz weit oben angekommen.

Wir müssen uns fast zwingen, nicht einfach am Pool abzuhängen, sondern in die Stadt zu gehen. Allerdings lohnt sich das echt! Wir fahren mit den City Cats über den glitzernden Fluss und haben für ein paar Dollar eine Art Stadtrundfahrt zu Wasser – voll cool! Hier ein paar Fotos für dich:

Insgesamt ist Brisbane eine angenehme Stadt und es hätte sich sicher gelohnt, einen längeren Besuch einzuplanen. So aber machen wir nur eine Stadtrundfahrt, bummeln ein wenig durch die Strassen und entspannen im wirklich sehr schönen Botanischen Garten.

Am nächsten Tag müssen wir zurück zum Flughafen, um dort unseren Mietwagen abzuholen. Wir kriegen ein upgrade und statt eines Kleinwagens bekommen wir zum gleichen Preis einen Sieben-Sitzer-Spacewagon-Cruiser plus einer Tankfüllung gratis! Das ist ja mal mega cool und wir nehmen sogar in Kauf, dass wir noch ein bisschen auf den Wagen warten müssen. Als der dann endlich kommt ist die Freude gross. Und kurz. Denn der Wagen hat einen fast platten Reifen. Also wieder zurück in die Werkstatt und wir bekommen einen anderen Wagen der gleichen Kategorie, das Ganze dauert natürlich wieder. Aber irgendwann haben wir dann das Auto, unser Gepäck ist verstaut und los geht es! Ist ein ziemlich groovy Gefühl, so gross durch die Gegend zu cruisen, zumindest wenn man auf dem motorway unterwegs ist (in den Innenstädten sieht es da manchmal ganz anders aus, aber das erzähle ich dir später).

Wir fahren jetzt praktisch die gleiche Strecke, die ich vorher hoch gefahren bin wieder hinunter, aber wir werden natürlich andere Sachen machen und so ist das für mich trotzdem okay und gar nicht langweilig.

Die gesamte Goldcoast lassen wir allerdings auch dieses Mal einfach links liegen, denn auf Touristenmassen und Abzocke  hat keiner von uns Lust und so heisst unser erstes Ziel Byron Bay. Auf dem Weg dorthin halten wir natürlich hier und da an, besuchen das hübsche Städtchen Brunswick Heads mit dem tollen Strand, machen eine Strandwanderung und geniessen insgesamt den Tag. Praktischerweise kommen wir kurz vor Sonnenuntergang in Byron Bay an, sodass wir direkt zum Leuchtturm hochfahren, um den Ausklang des Tages von erhöhtem Standpunkt aus zu geniessen.

Danach beginnt eine nervenaufreibende Suche nach einer Unterkunft, die glücklicherweise doch noch glücklich ausgeht und uns ein sauberes Bett in einem durchaus ordentlichen, neuen Hostel beschert. Wir sind ziemlich fertig nach dem langen Tag und gehen schon bald ins Bett (kein night life in BB) ;-), sodass wir am nächsten Tag fit sind für einen Bummel und ein bisschen Shopping. Meine beiden Reisefreunde finden es ziemlich cool hier, ich selber komme allerdings nicht so gut klar und bin froh als wir weiterfahren.

Von Byron aus fahren wir weiter nach Grafton, ein Ort, der mir schon von mehreren Aussies empfohlen wurde. Da ich es auf meiner ersten Tour nicht geschafft habe, bietet es sich ja sozusagen an, diesen Besuch jetzt nachzuholen. In dem kleinen Städtchen angekommen schauen wir uns etwas verdutzt um, denn so auf den ersten Blick gibt es ausser ein paar „historischer“ Gebäude hier nichts Besonderes. (Ein zweites Robe????)

Wir steuern erst einmal ein hübsches Café an und bei Kaffee und Wraps kommen wir mit den beiden freundlichen Damen hinter der Theke ins Gespräch. Auf unsere Frage, was man denn in Grafton so machen könnte schauen sich die beiden hilflos an und wenden sich ratsuchend an die gerade hereinkommende Kundin. Zu dritt diskutieren sie die Möglichkeiten und offerieren uns (wir kringeln uns schon wieder innerlich vor Lachen) folgende Attraktionen: Das „Picturetheater“ (Kino), die „Library“ (Bücherei = lautloses Gewieher unsererseits) oder ein Spaziergang am Fluss. Wir bedanken uns artig und verlassen diesen Ort. (Was haben die Aussies nur immer mit ihren Büchereien??) Wir verzichten auf ein weiteres Erkunden dieses Städtchens und fahren weiter.

In Coff’s Harbour wollten wir eigentlich stoppen und eventuell sogar übernachten, aber es giesst in Strömen und die Wolken hängen fast bis auf’s Autodach also fahren wir weiter in einen Ort namens Bellingen. Hier finden wir ein Zimmer in einem netten Hostel mit einem tollen Blick über ein weites Flusstal und so machen wir uns gut gelaunt auf, den Ort zu erkunden. Schnell erfühlen wir die Hippieatmosphäre und überlegen uns, ob wir wohl heute abend in die ansässige Brauerei zu Bier und Livemusik gehen wollen. Erst einmal brauchen wir allerdings etwas in den Magen und so bestellen wir Pizza und holen uns diesen Wein hier aus dem bottleshop. Wir setzen uns auf unsere eigene kleine Terrasse und haben einen richtig schönen Abend. Nachdem wir uns die Flasche Hippierotwein verabreicht haben sind wir allerdings nicht mehr unternehmungslustig genug für die Brauerei. Wir schauen über das Tal, hören einem der anderen Gäste bei seinem Klavierspiel zu und lassen einfach alles ausklingen.

Am kommenden Morgen holen wir uns frische Brötchen in der schweizer Bäckerei um die Ecke und fühlen uns wie die Könige! Richtige, knusprige Brötchen! Mit Körnern drauf! Und Geschmack drin! Herrlich!! (Ich hasse nun mal geschmacksneutrales Labberbrot – und leider ist etwas anderes hier nur sehr schwer zu finden)
Wir fahren noch ein ganzes Stück ins Landesinnere, denn wir suchen einen kleinen Ort namens Thora. (Ich hab einen besonderen Bezug zu diesem Namen). Der Ort ist auf der Landkarte zwar verzeichnet, lässt sich aber nicht so einfach finden – also zumindest fahren wir gleich einmal daran vorbei und finden uns plötzlich in den Bergen  und einem Ort namens Derringen wieder. Da wir nun schon einmal hier sind schauen wir uns gleich den Wasserfall an und fragen in der Touristeninfo, wo denn nun Thora liegt. Die Dame kriegt fast einen Lachanfall und fragt neugierig, was wir denn da wohl wollten. Dann klärt sie uns auf, das Thora kein Ort ist sondern nur ein Laden und eine Tankstelle. Aha, na ja, daran kann man natürlich schon mal vorbeifahren, wenn man einen Ort erwartet. Und auf der Rückfahrt finden wir auch tatsächlich den Shop, der als Ort auf der Landkarte eingetragen ist.

Weiter geht es nach Port Macquarie und obwohl sich am Himmel bereits dicke graue Wolken ballen wagen wir einen Spaziergang am Kai entlang. Auch meinen Reisefreunden gefallen die bunt bemalten Steine und so gehen wir die Sprüche lesend immer weiter und bis ganz ans Ende. Erst dann schauen wir uns wieder um und stellen fest, dass der auffrischende Wind die Regenwolken regelrecht vor sich her peitscht. Ziemlich zackig machen wir uns auf den Weg zurück zu unserem Auto….und verlieren den Wettlauf. Im allerletzten Moment können wir uns unter das Dach einer Kneipe retten, just bevor aus den einzelnen, dicken Tropfen eine Art Wasserfall wird. Gerade nochmal Glück gehabt! In der plötzlichen Kühle, die der Regen mit sich bringt schmeckt uns das Bier nicht wirklich und nach einer Weile – es regnet nur noch stark – beschliessen wie einen kleinen Sprint zu unserem Wagen, der sicher noch mehrere hundert Meter weg steht. Ja, du denkst richtig! Wir werden nass. Pitschnass.

Unsere Fahrt führt uns weiter nach Taree – und jetzt im Nachhinein kann ich mich überhaupt nicht erinnern, warum wir hier überhaupt gestoppt haben! Egal, wir versuchen in dieser einigermassen grossen Ortschaft irgendwo eine Unterkunft zu bekommen, was sich als schwierig herausstellt. Manche als B&B gekennzeichnete Häuser sind völlig verlassen und auch telefonisch nicht zu erreichen, die grösseren Hotels fallen preislich sofort raus und wir verzweifeln schon langsam. Schliesslich biegen wie in eine Moteleinfahrt ein und folgen dem Schild „Vacancy“ „Best in Town“, ohne uns allzu grosse Hoffnungen zu machen. Tatsächlich ist etwas frei und obwohl das gesamte Motel nicht einladend wirkt und mich sehr an Bate’s Motel aus dem Film „Psycho“ erinnert wagen wir einen Blick in das Innere des Zimmers, das er uns anbieten will. Ich werfe einen einzigen Blick hinein, drehe mich um und gehe direkt zurück zum Auto. Niemals, sage ich auf deutsch zu meinen Freunden und stelle klar, dass dieses Loch auf der anderen Seite meines Limits liegt.  Stell dir ein winzig kleines Zimmer vor in dem drei Einzelbetten stehen, sehr dünne fadenscheinige Bettwäsche verhüllen die fast bis auf den Boden durchhängende Matratzen und scheinen schon seit Wochen oder Monaten unberührt auf den Betten zu liegen. Ein ausgesteckter Kühlschrank modert in einer Ecke vor sich hin und zwei Metallstühle aus den 50er Jahre stehen an einem kleinen schiefen Tischchen. Das ganze Stilleben mufft dermassen, uaahh, nee – das schüttelt es mich noch im Nachhinein. Meine Freunde staunen ein bisschen über meine rigorose Reaktion, da sie mich sonst eher entspannt und wenig pingelig kennen, aber hier werde ich definitiv und nicht schlafen. Der Besitzer erzählt uns, fast entschuldigend, dass sie heute den letzten Tag geöffnet hätten und morgen endgültig schliessen würden, deshalb könnten wir leider den Pool nicht benutzen, da der schon abgelassen wäre. Ich muss hier weg!!! Wer bitte würde hier in einen Pool steigen???????

Ich will an den Strand und dort schlafen – frische Luft und Sternenhimmel, das erscheint mir im Augenblick sehr reizvoll. (Allerdings haben wir keinerlei entsprechende Ausrüstung dabei und die Nächte sind durchaus kühl und feucht. Wäre vielleicht eine ungemütliche Nacht…….aber besser als Bate’s Motel!)

Glücklicherweise haben wir aber dann doch noch direkt beim nächsten Motel Glück und bekommen das letzte Zimmer (es findet anscheinend  irgendeine Veranstaltung in der Stadt statt, daher ist alles voll. Aha, danke!). Auch nicht gerade Fünf Sterne, aber doch immerhin sauber und ordentlich mit einem vernünftigen Badezimmer und einer Kochnische. Ich geh erstmal Tee kochen. Obwohl ein ordentlicher Gin Tonic wäre mir jetzt lieber! Was manche so unter Gastfreundschaft verstehen….unglaublich! Die Hotelfachfrau in mir kann sich gar nicht mehr beruhigen…..

Am nächsten Morgen fahren wir erst einmal an den Strand um nachen ein schönen, gepflegten Strandspaziergang. Diese ganze im Auto Sitzerei macht einen ja auch fertig! Aber heute lassen wir es ein bisschen ruhiger angehen. Wir fahren immer weiter nach Süden direkt an der Küste entlang, machen einen Stopp in Forster und einen weiteren in Nelson Bay. Hier ist es recht hübsch und wir bummeln am Hafen entlang, schlecken ein Eis und freuen uns an dem schönen, warmen Tag. Es reicht sogar für einen kleinen Mittagsschlag unter einem Baum während meine beiden Mitreisenden sich am Strand in die Sonne legen.

Unser heutiges Domizil heisst „Art Shack“ (Kunsthütte) und stellt sich bei unserer Ankunft als echter Missgriff heraus. Oh May!! Das Haus liegt direkt am Highway aber etwas zurück versetzt, was ok ist. Wir werden hereingewunken und es wird uns ein Parkplatz im Garten vor em Haus zugewiesen, wo schon mehrere andere Autos stehen. Ich versuche keines der vielen freilaufenden Hühner zu überfahren und parke. Sofort wird hektisch gewinkt, ich soll noch weiter vor fahren, und noch weiter. Letztendlich stehe ich quasi auf dem Misthaufen. Alle Hühner leben noch. Wir werden freundlich und fast stürmisch begrüsst und die Gastgeberin lässt einen Wortschwall ohne Punkt und Komma auf uns los. Glücklicherweise ist mein Englisch inzwischen schon so gut geworden, dass ich einigermassen mithalten kann. Wir gehen über die Veranda, auf der mehrere Personen sitzen und stehen und Bier trinken. Freundliches Hallo rundherum. Das Haus ist ein Saustall. Vollgestopft, dreckig, messiemässig irgendwie. Wir bekommen erklärt, dass wir uns die Dusche mit der fünfköpfigen Familie teilen müssen (spontan beschliessen wir, heute auf die Dusche zu verzichten) aber wir haben unsere eigene Toilette, um’s Haus herum in der Waschküche. What???? Es gibt dann noch eine grosse überdachte Terrasse mit einem langen Tisch und Bänken. Das ist der „Community Room“ (Gemeinschaftsraum), denn auf das Gemeinsame käme es ja an. Leider hätten sie heute keine Zeit für uns, weil die Familie aus Sydney zu Besuch sei, mit denen sie heute abend ein Barbecue machen würden und dann zum Fischen gehen. Aber wir dürften alles benutzen, was in den Regalen stehe. Folgsam schauen wir, was die Regale uns zu bieten haben und finden Plastikteller, Besteck und Becher. Leider hat sich wohl schon vor längerer Zeit dort eine Spinnenfamilie niedergelassen. Stolz präsentiert sie uns noch den Grill, den wir dann benutzen dürfen. Wir haben in unserer Gruppe einen Berufskoch, dem sich beim Anblick des Grills alle Haare aufstellen. Als Krönung der Hausführung wird uns das hauseigene Spa (so heisst hier ein Whirlpool) angepriesen – wir dürften es gerne benutzen! In mir zuckt ein hysterisches Lachen, unser Koch ist immer noch schockerstarrt und die Dritte im Bunde ist sehr still und sehr blass. Nun kommen wir in unser Zimmer. Dieses ist in einer gemütlichen Doppelgarage mit Metallrolltor untergebracht. Es stehen ein Doppel- und zwei Einzelbetten drin und jede Menge Flohmarkt-Altmöbel. Es wurde versucht, mit selbstgemalten Bildern, Rüschchen und Schleifchen eine Art Atmosphäre zu schaffen, doch leider ist dieser Versuch komplett und absolut kläglich gescheitert. Diese Ansammlung von Kitsch bringt mich gleich wieder an den Rand eines hysterischen Kicherns. Auf einem Tischchen stehen Tee, Instantkaffee, Haferflocken, Cornflakes und Zucker und im Kühlschrank steht ein Schälchen mit Obst und ein bisschen Milch und Marmelade. Alles für uns. Meinen beiden buddies dreht sich gerade der Magen um, ich kann es hören…..

Wir lassen unsere Rucksäcke fallen, schauen uns ungläubig um und überlegen uns ernsthaft, ob wir nicht einfach gleich bis Sydney durchfahren sollen. Aber es ist schon Abend, wir sind müde und hungrig und das „Apartement“ ist bereits im Voraus bezahlt worden. Und es ist nur eine Nacht. Und unser Zimmer ist ziemlich sauber, so für die hiesigen Verhältnisse. Was wohl bei Nacht so alles unter den nicht ganz geschlossenen Rolltoren durchkommt??
Mutig beschliessen wir zu bleiben und uns um unser Abendessen zu kümmern. In unserem Grill ist das Gas leer stellen wir gleich mal als Erstes fest. Unsere Gastgeberin wird hektisch, denn schliesslich hat sie selber Gäste und ist gerade am Kochen. Ob wir wohl selber kurz zur Tankstelle fahren könnten……? Na gut, also zwei von uns fahren zu Tankstelle um Gas zu kaufen und Alkohol im angeschlossenen bottleshop (den brauchen wir heute wirklich!) 😉 Bei unserser Rückkehr finden wir einen frisch geputzten Grill vor (das hat unser Koch gemacht, nicht die Gastgeber!) und so öffnen wir eine Flasche Wein, fangen an unser Gemüse zu schnippeln und versuchen, das Ganze mit Humor zu nehmen. Es wird erstaunlicherweise doch noch ein ganz netter Abend, was wohl hauptsächlich daran liegt, dass unsere Gastgeber beschäftigt sind und uns in Ruhe lassen.

Die im Community Room ausgestellte „Kunst“, die auch unser „Schlafzimmer“ dekoratorisch aufwertet, sowie die Malunensilien und Bastelsachen, die in den Regalen liegen lasse ich jetzt freundlicherweise einfach mal unkommentiert. Ich denke, du kannst dir auch so schon ein Bild machen.

Wir sind gerade am ins Bett gehen, da kommt unter dem Rolltor ganz vorsichtig ein kleines weisses Tierchen durch. Ein spitzer Schrei verscheucht das Tierchen zunächst, aber dann kommt es hartnäckig wieder. Nachdem der erste Schreck vorbei ist schauen wir genauer hin und identifizieren das Tierchen als…..Katzenpfote. Nach einigem Geschiebe und Gekratze hat sich das Tier tatsächlich durch den nur wenige Zentimeter hohen Spalt gequetscht, spaziert nun hoch erhobenen Hauptes einmal durch unser Zimmer und bleibt dann abwartend an der Tür stehen, die von hier in die Küche der Gastgeber führt. Da können wir dann wohl auch in der Nacht mit ungebetenem Besuch rechnen……

Am nächsten Morgen frühstücken wir ruck zuck (selbstverständlich ohne das „Art Shack gratis Frühstück“ auch nur eines Blickes zu würdigen und sind ebensoschnell weg von diesem schrägen Gehöft. Es ist schon erstaunlich, wie manche Menschen leben. Und obwohl ich ja in Tasmanien schon eine ähnliche Erfahrung bis zur Neige auskosten durfte muss ich sagen, ich bin immer noch geschockt von solchen , na sagen wir mal Zuständen. Wir fahren noch einmal an die Küste und gehen spazieren bevor wir uns auf den Weg in die grosse Stadt machen. Sydney, wir kommen!

Bis zur Stadt ist es einfach zu finden und von da aus versuchen wir mit maps zu fahren, was sich einigermassen schwierig darstellt, da Uschi (zur Erinnerung, das ist unser maps GPS) immer wieder das Signal verliert und dann plötzlich völlig unsinnige Ansagen macht. Irgendwann finden wir dann aber unsere Adresse, die allerdings nicht unsere Adresse ist! Irgendwie war die Verknüpfung falsch eingestellt oder was auch immer, auf jeden Fall sind wir an der falschen Adresse. Manuell eingegeben zeigt sich schnell, dass wir ein weiteres Mal quer durch die Stadt müssen. Unser wundervoller Siebensitzer ist hier in der Stadt gar nicht so wundervoll. Wir finden auch zu der zweiten Adresse hin, was mich persönlich glücklich und erleichtert aufatmen lässt, holen unseren Schlüssel ab und beziehen unser Domizil. Obwohl das auf der website echt toll ausgesehen hat und auch nicht garnz billig ist sind wir sehr enttäuscht. Und dann sehen wir die Mitbewohner! Jede Menge kleine Kakerlaken……uuuhhhhh – Grenzwertig, sehr grenzwertig!! Sofort kontaktiere ich den Vermieter und bitte um Lösung des Problems. Er bietet an am Montag einen Kammerjäger zu schicken. äh, wie jetzt? Und heute nach sollen wir mit diesen ganzen Viechern schlafen? (Es sind echt viele und sie sind überall!) Und dann nach dem Kammerjäger sollen wir in dem begasten Zimmer schlafen?? Nee, nee, das passt für uns nicht. Er stellt auf stur und wir ziehen aus. Mist! Natürlich ist das Apartement im Voraus bezahlt und jetzt muss ich ein Fass aufmachen, um mein Geld wiederzukriegen. Genau das, was man im Urlaub so braucht! Egal, wir krümeln uns in ein Wifi Café und versuchen von jetzt auf gleich eine bezahlbare Unterkunft in Sydney zu kriegen. Glücklicherweise finden wir etwas und kurven also erneut los und durch die Stadt. Schon nach kurzer Zeit verabschiedet sich mein Telefon und damit Uschi und die einzige Karte, die wir haben. Jetzt liegt es an mir, mich einigermassen zu erinnern und nach eineigem Hin und Her finden wir unser heutiges Domizil. Ganz ehrlich – ich bin ziemlich am Ende! Ich bin jetzt über vier Stunden in Sydney Innenstadt herumgefahren mit diesem Riesenschiff von einem Auto, im Linksverkehr und oft auch zwei- oder sogar dreispurig. (Insgesamt gab es auf unseren ganzen Fahrten durch Australien eine einzige kritische Situation, nämlich als wir neben einem grossen Truck über eine Brücke fahren mussten. Erst sah es so aus, als wäre da genug Platz, aber der Truck kam mir irgendwie immer näher und dann wurde es mir doch zu eng und ich stieg hart auf die Bremse.)

Unsere Gastgeber sind sehr sehr nett, wohnen mit in der Wohnung und wir bekommen das im Moment ungenutzte Kinderzimmer. Na ja, nicht ganz was wir uns vorgestellt haben, aber es ist mittlerweile zehn Uhr abends, wir wollen nur noch was essen, duchen und ins Bett. Fertig mit der Welt.

 

Great Ocean Road – Von Melbourne nach Adelaide

So, jetzt geht’s hier mal richtig los! Heute kommen zwei Reisefreunde von mir und werden für fast fünf Wochen mit mir durch Australien und Neuseeland reisen. Sie sind schon erfahrene (weil bereits mit mir gereiste) mindfulglobetrotter Reisebuddies und wissen ziemlich genau, auf was sie sich einlassen. Oder vielleicht doch nicht?? 😉

Ich lasse es für die beiden mal ganz geruhsam angehen. Als Kümmerertante habe ich aber schon mal ein schickes Apartement (mit Pool in der obersten Etage!) im Zentrum von Melbourne gemietet, den Kühlschrank mit leckeren Sachen gefüllt (was mir zwei Tage Muskelkater beschert hat! Frag nicht……) und sie vom Flughafen abgeholt. Aber dann ist Schluss mit den Samthand- schuhen, Sightseeing Melbourne ist angesagt und das bedeutet: Jetlag vergessen, bequeme Schuhe anziehen, Kamera schnappen und loslaufen.

Und ich sag’s dir, Melbourne ist eine tolle Stadt! Sie kommt modern und irgendwie künstlerisch rüber, es gibt eine Menge Galerien, Kneipen, Cafés und hipper Geschäfte, ausserdem eine alte Strassenbahn und jede Menge Graffitikunst.

 

 

Alles ist hier bunt   und macht Laune. Ich bemühe mich, den Blutzuckerspiegel der Einen und den Koffeinspiegel des Anderen auf Level zu halten und ignoriere sonst jegliches Jammern von wegen Blasen an den Füssen, müde, heiss oder was sich die „lieben Kleinen“ sonst noch so einfallen lassen. Und was soll ich sagen, es funktioniert! Nach nur einem Tag läuft alles wie geschmiert und wir verstehen uns prächtig. 😀

Allerdings wird unser aller Geduld schon am kommenden Tag schwer auf die Probe gestellt. Wir möchten nämlich einen ganz bestimmten Strand besuchen, den man von berühmten Fotos kennt. Schnell ist herausbekommen, wo der ist und eine Strandwanderung ist ja auch eine ganz tolle Sache. Wir verbinden diese mit dem Besuch eines sehr interessanten Künstermarktes und des berühmten „Luna Parks“ – das ist ein Rummelplatz, wie er früher mal war! Sehr retro Vintage, sage ich dir! Die Achterbahn macht einem Angst und Bange, wie sie da so auf ihrem alterschwachen (?) Holzgestell herumfährt!! Und dann laufen wir und laufen und laufen…..ja wo laufen sie denn hin??? Der muss jetzt hier gleich irgendwie wo kommen, dieser verflixte besondere Strandabschnitt, den wir suchen……

Aber erstmal kommt ein Restaurant und da sind wir alle Drei mal richtig froh. Du musst wissen, dass die Strände in Australien einfach mal komplett naturbelassen sind. Es gibt zwar oft einen boardwalk und vielleicht noch einen Mülleimer ab und zu, aber keine Liegen, keine Geschäfte und keine Cafés. Und nach einer bereits langen Wanderung brauchen wir Futter, Kaffee und WC. In umgekehrter Reihenfolge.

Im brechend vollen Restaurant hängt ein Bild des berühmten Strandabschnittes, den wir suchen! Ein Glück – wir fragen unsere Kellnerin und sie strahlt uns ein fröhliches „just 5 minutes“ entgegen. Hallelujah! Selbstverständlich handelt es sich um australische fünf Minuten, damit hab ich aber eh schon gerechnet und nach dem leckeren Mittagessen sind wir ja auch wieder gestärkt.

Womit wir irgendwie nicht so gerechnet haben ist die Menge der Leute, die hier den Sand belagern! Aber klar, es ist Sonntag, ziemlich wundervolles Wetter und wir sind kaum 20 Autominuten von der Stadt entfernt! Trotz der vielen sonnenhungrigen Melbourner gelingt es uns, ein paar nette Schnappschüsse zu machen und so sind wir am Ende happy und erfolgreich müde gelaufen.

Am nächsten Morgen holen wir unseren Mietwagen ab, packen unser umfangreiches Gepäck in denselben und ich stelle mich der Herausforderung, in einer linksverkehrigen Grosstadt Auto zu fahren. Zu meiner grossen Erleichterung ist der Zubringer auf den motorway ganz in der Nähe unseres Apartements und so hält sich der Stress in Grenzen.

Jetzt heisst es, ein Gleichgewicht zwischen Autofahren (= Strecke machen) und schöne-Sachen-anschauen zu finden. Immerhin haben wir eine Strecke von rund 800km vor uns.

Der erste Tag besteht hauptsächlich aus Landschaft, Aussicht auf den Ozean, Strandspaziergängen und Autofahren. Es gefällt uns sehr – wir sammeln Muscheln und schauen den Wellen bei ihrem ewigen Spiel zu, geniessen den Sonnenschein und lassen uns vom rauhen Wind die Haare zerzausen.

Am Campingplatz, der für heute unsere Unterkunft sein sollte angekommen müssen wir leider feststellen, dass wohl doch ziemlich viele Leute auf dieser Great Ocean Road unterwegs sind – kein Zimmer frei! 🙁  Auch sonst gibt es in dieser kleinen Ortschaft keine weiteren Unterkünfte, was also bedeutet, wir müssen noch weiterfahren. Wir schlendern dennoch um den Park herum, denn hier soll es Koalas geben! Schwer vorstellbar, dass diese Tiere so nah an einem Campingplatz leben sollen, aber unglaublich oder nicht – wir sehen nicht nur einen sondern sogar zwei Koalas!!! Schau mal, die sind wirklich sehr niedlich…..

Die Suche nach der Unterkunft gestaltet sich ein wenig schwierig und wir suchen bis in die Dunkelheit nach einer bezahlbaren Schlafmöglichkeit (eine Dame bot uns ihre zugegebenermassen hübsche Holzhütte im zugegeben hübschen Garten für den Schnäppchenpreis von 100 AUD pro Person an! 300 Dollar für eine Holzhütte!). Letztendlich, als wir uns schon fast darauf eingestellt hatten, im Auto schlafen zu müssen werden wir doch noch fündig und ergattern ein Zimmer in Apollo Bay – einem Touristen Hotspot wie er im Buche steht. Partypeople und Jungvolk all überall, aber das Hostel ist recht nett. Ja okay, schon ein bisschen angegammelt, aber doch noch einer von diesen „echten“ Hippie – Surfer – Ambienteschuppen. Wie übersehen also grosszügig Spinnenweben und kaputte Türen und machen das Beste draus. Leider ist es schon sehr spät und so kriegen wir gerade noch mit Ach und Krach ein Salätchen in einem Imbiss und drei Biere im bottleshop nebenan. (In Australien darf Alkohol nur an über 21 Jährige und nur in speziell lizensierten Geschäften, so genannten bottle shops verkauft werden. Selbst Restaurants und Pubs sind sehr strengen Richtlinien unterworfen und dürfen beispielsweise nicht über die Strasse verkaufen). Und obwohl ich die australischen Alkoholpreise nun schon kenne falle ich doch fast hintenüber als ich für drei Flaschen Bier (500ml) 29 australische Dollar (rund 20 €) bezahlen muss. Sicher das mit Abstand teuerste Bier meines Lebens.

Am nächsten Tag geht es weiter und wir beginnen gleich mit einem hübschen kleinen Bushwalk. Wie immer bin ich begeistert vom Wald – jeder ist irgendwie anders! Hier gibt es besonders schöne grosse Farnbäume. Dann machen wir einen Abstecher zu einem Leuchtturm und auf dem Weg dorthin stehen plötzlich am Strassenrand mehrere Autos geparkt. Da gibt’s sicher was Interessantes, also anhalten und nachschauen. (Schon gewusst? Touristen sind Rudeltiere!) Uuuund…… hier finden wir doch glatt noch einmal zwei Koalas! Diesmal recht nah sogar – klasse. 😀 Natürlich müssen wir jede Menge Fotos machen und könen uns nur schweren Herzens von den kuschelig aussehenden Fellkugeln trennen und weiterfahren. Die nehmen es allerdings gelassen und haben nur ein gelangweiltes Gähnen für die versammelte Fotomannschaft übrig.

Bald  kommen wir an einem abgestorbenen Wald vorbei. Das ist eine Besonderheit der Eukalyptusbäume – die bleiben nämlich stehen auch wenn sie abgestorben sind. Hier ist ein ganzer Wald von toten Bäumen, die wie mahnende Finger in den Himmel zeigen. Von unten wächst ein bisschen Buschwerk nach, aber irgendwie mutet einen das doch komisch an. Es gibt diverse Gründe für das grossflächige Absterben dieser Bäume, neben intensiver Farmwirtschaft  und dadurch veränderten ökologischen Bedingungen werden Kahlfrass, Dürre und Insekten als die Gründe dafür angesehen. Was auch immer es hier ist – es sieht gruselig aus!

Wir halten kurz am  ältesten Leuchtturm Australiens, aber hier ist voll der Touri-Rummel und sie wollen auch noch 20 Dollar Eintritt pro Person kassieren – nö, darauf haben wir keine Lust sondern fahren lieber weiter zu den Triplet Falls, wo uns ein ganz schöner walk erwartet und die Wasserfälle auch echt schön sind. Auf dem Rückweg besuchen wir einen Tree Top Park, also einen Baumwipfel Park. Nichts für Leute mit Höhenanst, aber wir fanden es ganz toll. In den Wipfeln der höchsten Bäume sind kleine Plattformen angebracht, die durch stabile Metallbrücken miteinander verbunden sind. An der höchsten Stelle immerhin 46m hoch! Ein völlig veränderter Blickwinkel – beeindruckend und atemberaubend.

Hier oben, an der höchsten Plattform treffen wir auf ein junges Pärchen aus Adelaide. Wir verstehen uns auf Anhieb prächtig und haben ruck zuck eine Verabredung für den kommenden Freitag abend in Adelaide. Er ist nämlich Musiker und gibt ein kleines Konzert in einem Hotel, wozu er uns herzlich einlädt! Wir haben da anscheinend eine lokale Berühmtheit aufgetan! Irgendwann kommt der Parkranger und bittet uns freundlich und aufgeräumt jetzt unserer Wege zu gehen, denn der Park würde zumachen. (Hab ich schon mal erzählt, dass hier alles immer schon voll früh zumacht? Ab fünf werden die Bürgersteige hochgeklappt, Cafés, Touri-Infos und Attraktionen schliessen)

Erst am frühen Abend kommen wir in die Nähe der berühmten „Zwölf Apostel“ und finden glücklich eine nette geräumige cabin, ganz schön gelegen oberhalb eines Flusslaufes. Leider ist die Küche komplett leer und so müssen wir unser Abendessen ein bisschen improvisieren, wollten wir doch heute eigentlich kochen. Doch ohne Topf und Pfanne ist das halt schwierig.

Zum Sonnenuntergang fahren wir die kurze Strecke bis zur Küste und tatsächlich sehen die Zwölf Apostel toll aus. Falls es dir so geht wie mir und du bisher noch nie von dieser weltberühmten Attraktion gehört hast: das ist eine Kalksteinformation, Felsen im Meer. Aber echt schön. Es gibt verschiedene Aussichtspunkte, die jeweils einen anderen Blick auf die Felsen bieten, allerdings liegen sie recht weit auseinander und so müssen wir uns heute abend für einen entscheiden. Aber morgen früh kommen wir nochmal wieder und schauen uns alles und von allen Seiten noch einmal bei Tageslicht an. Jetzt geniessen wir erst einmal den Sonnenuntergang, das Meer und die Licht- und Schattenspiele auf den Zwölf Aposteln.

Am nächsten Morgen kehren wir zurück und bestaunen sie noch einmal im Morgenlicht und zwar von allen drei Aussichtspunkten aus. Lange Zeit und viele Fotos später machen wir uns auf den Weg weiter die Küste entlang. Wir halten an jedem Lookout (Aussichtspunkt) und an fast jedem Strand und auch an fast jedem Leuchtturm (einer von uns ist ein Leuchtturm-Fan) Ein paar Eindrücke habe ich hier für dich:

Zur Mittagszeit kommen wir ein einem kleinen Städtchen namens Port Fairy an, das uns von aller Welt empfohlen wurde. Tatsächlich ist es ein nettes Städtchen mit ein paar „historischen“ Häusern und einer Bäckerei, wo es leckere Stärkung und Kaffee und ein bisschen nettes Geplauder für uns gibt. Wir fahren hinuter an die Flussmündung und machen einen wunderschönen Spaziergang auf die Griffith Halbinsel. Die Sonne scheint und ein leichter Wind weht, das hohe Gras bewegt sich im Wind und……..warte mal! Was ist das denn?? Da hüpfen mehrere Wallabies im Gras herum! Für meine beiden Freunde sind das die ersten wilden Känguruhs und daher ist die Aufregung gross! Am äussersten Zipfel der Halbinsel gibt es einen hübschen kleinen Leuchtturm und einen tollen Blick auf den langen Sandstrand. Aber am schönsten ist die Lagune an sich, ganz breit und glasklares Wasser – Wunderschön!

Es ist schon spät am Nachmittag als wir Port Fairy verlassen und wir haben noch eine ganze Strecke vor uns. Auf alle Fälle wollen wir uns nämlich den „Versteinerten Wald“ anschauen. Wir fahren also nach Cape Bridgewater, einem hübschen kleinen Ort mit einem tollen Strand und einer Seelöwenkolonie (leider kann man nur mit einem Boot hinfahren, die haben aber schon Feierabend oder in einer rund 4-stündigen Wanderung hinlaufen), also direkt weiter zum petrified forest.  Die Aussicht über die Steilküste ist atemberaubend schön! Das Meer donnert tief unter uns an die Felsen, dass die Gischt nur so spritzt. Schon nach einem kurzen Lauf stehen wir an der gesuchten Sehenswürdigkeit. Entgegen des Namens handelt es sich nicht wirklich um versteinerte Bäume, sondern um eine weitere spezielle Kalksteinformation. Durch Erosion sind im Laufe von Jahrhunderten Gebilde entstanden, die eben so aussehen wir versteinerte Bäume. Da die Sonne schon recht tief steht wirft sie ein weiches Licht auf die Steine und wir staunen wie verzaubert.

Unsere heutige Unterkunft ist ein bisschen skurril! Es handelt sich um ein ehemaliges Gefängnis, das in ein Hostel umgebaut worden ist. Die Zellen beherbergen jetzt die zahlenden Gäste und obwohl natürlich vieles renoviert und gemütlich gemacht wurde blieb doch einiges auch erhalten. Beispielsweise wurden die stabile Zellentüren aus Metall als Zimmertüren belassen – glücklicherweise lassen sie sich jetzt aber auch von innen öffnen. Der grosse ummauerte Hof wurde leer und kahl gelassen und man kann sich problemlos vorstellen, wie die Strafgefangenen, die hier einsitzen mussten hier ihren Hofgang absolvierten.

Sehr erstaunlich finde ich, dass das gesamte Areal energetisch „sauber“ ist. Eigentlich müsste hier eine schwere Energie zu spüren sein, denn hier gab es ja viel Leid und sicher auch einige Todesfälle. Diese schwere Energie kann ich normalerweise gut spüren aber hier ist nichts davon. Und wir können auch alle drei gut schlafen. Am nächsten Morgen klärt sich das Geheimnis als wir den Besitzer kennenlernen und er uns erklärt, dass er regelmässige Reinigungsrituale abhält. Ausserdem gibt es einmal pro Monat ein grosses Barbecue, wo sich ortsansässige Aborigenes und Weisse treffen, um miteinander zu essen und zu feiern. Er möchte damit einen kleinen Beitrag zur Völkerverständigung leisten. Wir bedauern sehr, dass wir an diesem Ereignis nicht teilnehmen können, aber unser Weg geht weiter.

Den Vormittag verbringen wir aber noch hier im Ort – Mount Gambier – und bestaunen den „Blue Lake“, der wirklich absolut unglaublich blau ist! Ein kleiner, ziemlich tiefer und sehr malerischer See in einem erloschenen Vulkan – Prädikat: sehr schön! Als nächstes fahren und wandern wir zu einem hohen Aussichtsturm hoch, von dem aus wir den blauen und den direkt daneben liegenden grünen See sehen können. Den schauen wir uns natürlich auch noch aus der Nähe an und fahren dann hinunter bis an die Küste. Kreuz und quer durch plattes Farmland mit einem Zwischenstopp am einzigen Hügel weit und breit. Wir wandern hinauf und können hier einen kompletten kreisrunden Vulkankrater bewundern und haben ausserdem eine wundervolle Rundum-Aussicht. Eine schöne Belohnung für die schweisstreibende Anstrengung bei sicher kanpp dreissig Grad bergauf zu laufen. An der Küste angekommen stellt sich das Hafenstädtchen als eher klein und unspektakulär heraus aber wir finden ein hübsches Restaurant und verwöhnen uns selbst mit einem äusserst leckeren Mittagessen.

Mittlerweile ist es so ungefähr vier und wir sind noch keinen Kilometer voran gekommen! Jetzt aber hopp und los und ein bisschen Strecke machen! Also los…..unser nächster Halt heisst Robe. ein kleines Küstenstädtchen, das uns von mehreren Einheimischen wärmstens empfohlen wurde. In Robe angekommen ist der Tag schon auf dem Rückzug und die Schatten werden länger, die Touristeninfo ist schon zu und so beschliessen wir, im Café (du erinnerst dich? Koffeinlevel oben halten?!) nachzufragen, was denn das Besondere an Robe ist. Hier kommt das „Robe-Café-Theater“ in Originalfasssung und ungekürzt:

  1. Akt:

Hi! How are you? (Hallo, wie gehts?)

I am good, thanks. Can I have a large Cappuccino to go, please? (Danke gut. Kann ich bitte einen grossen Cappuccino haben?)

Oh, so sorry! The coffeemachine is not on duty. (Oh, das tut mir leid. Die Kaffeemaschine ist nicht im Dienst)

?????????

2. Akt:

Hi! How are you?

Good, thanks. A large Cappuccino, please.

Ok, right. That’s 5,80 Dollar, thanks. (Ok, das macht dan 5,80 Dollar. Danke)

Bezahlung erfolgt.

This is your number. It’s gonna take about 10 to 15 minutes for your coffee as we are very busy, you see.

???????

Als Auskunft, was es denn in Robe so Tolles zu tun gibt bekommen wir in beiden Läden unisono die Antwort:

You can go to the beach…… and to the cliff. (Ihr könnt an den Strand gehen und ans Kliff.)

……and you can eat really good fish. (Und ihr könnt richtig guten Fisch essen.)

….and you can go to the library! (Und ihr könnt in die Bücherei gehen!) Die allerdings bereits seit über einer Stunde geschlossen ist (Anmerkung der Autorin und halb totgelachten Mitreisenden)

Wir besuchen tatsächlich noch das aussergewöhnliche Kliff und stören dabei eine Gruppe von Ansässigen, die dort ein grosses Pizzagelage veranstalten. Ganz entgegen meinen bisherigen Aussie-Erfahrungen werden wir nicht eingeladen teilzunehmen und bekommen auch kein Bier angeboten. (Ich persönlich glaube ja, dass das alles Ausserirdische waren in Robe……) 😉

Als wir diesem Städtchen endgültig den Rücken zuwenden, ohne herausgefunden zu haben, was es denn hier nun soo Tolles hat und gibt, sehen wir noch ein grosses Banner über die Strasse gespannt: „Get the ROBE APP“ – kein Halten mehr! Nur noch Wiehern und nach Luft japsen und Lachtränen im Auto. Robe hat sich für immer unvergesslich in unsere Erinnerungen geprägt und eine unerklärliche Leidenschaft für australische Büchereien in uns geweckt.

Auf dem Weg nach Kingston, das ist unser heutiges Ziel und noch ziemlich weit weg werden wir von einem wundervollen Sonnenuntergang mit gleichzeitigem Vollmond aufgehalten. Wir machen einige Fotos und wieder einmal beneide ich meine beiden Freunde um ihre tollen Spiegelreflexkameras.

Mittlerweile ist es ganz dunkel und wir fahren noch immer kilometerlang durch Kiefernplantagen, wie schon seit gefühlten Ewigkeiten. Der exzessive Holzbau in Australien ist der Hammer, aber das erzähle ich dir ein anderes Mal, sonst wird dieser Bericht noch länger als eh schon. Es ist also dunkel und wir sind inzwischen auch schon ganz schön kaputt. Endlich kommt unser Etappenziel mit dem königlichen Namen in Sicht und mit einem erleichterten Seufzer steigen wir aus dem Auto, schnappen unser Gepäck und betreten das Hostel. Da ist erstmal keiner, aber das schreckt uns nicht, ist es doch schon öfter so gewesen. Wir gehen in die angeschlossene Bar, in der reges Stimmengewirr zu hören ist. Als wir drei, fremd, abgekämpft und hoch bepackt den Raum betreten erstirbt erst einmal jegliches Gespräch und alle (scheint eine Gruppe zu sein, die da beim Abendessen sitzt) schauen erstaunt zu uns rüber. Dann erfolgt ein grosses Hallo! und wer? woher? und wohin? müssen erst geklärt werden bevor wir uns zu dem grinsenden Barkeeper vorarbeiten können.

Wir bekommen unsere Zimmer, bereiten uns noch ein Abendessen zu und fallen dann recht schnell in unsere Betten. Am nächsten Morgen regnet es in Strömen, was den etwas trostlosen Eindruck, den wir von unserem Hostel und dem Städtchen haben noch vertieft. Die Weiterfahrt vorbei an etwas übelriechenden Wattlandschaften (bei Ebbe) und weiteren kilometerlangen, kerzengerade geoflanzten Kieferplantagen und flachen, gelben Feldern wird lediglich von den Pelikanen etwas aufgelockert, die in grossen Schwärmen und strikter V-Ordung am Himmel entlang ziehen.

Mitten im Nirgendwo halten wir an einem dieser bereits früher beschriebenen Tausendsassa-Läden für unseren morgentlichen Kaffeenachschub. An der Kasse arbeitet eine junge Deutsche ihre Tage ab, um ein weiteres Visum zu bekommen (zum Verständnis: man kann bis 35 ein Work&Travel Visum für ein Jahr bekommen, aber eben nur einmal. Viele möchten aber gerne noch bleiben und so hat die australische Regierung eine Regelung geschaffen. Du musst mindestens 88 Tage lang eine bestimmte Art Arbeit (Farm) machen und kannst dann ein weiters Jahresvisum beantragen. Dieser Laden hier ist soo weit ab vom Schuss, dass die Arbeit hier gilt!!). Das beschäftigt uns noch eine ganze Weile, denn die Gegend hier ist wirklich mal strunzlangweilig und bis zum nächsten Strand sind es 60 km! Und sonst ist hier auch gar nichts. Ich möchte mal sehen, was passieren würde, wenn man so eine Arbeit den jungen Menschen in ihren jeweiligen Heimatländern zumuten würde……..(ein Schelm, wer Böses dabei denkt!)

Heute kommen wir in Adelaide an! Ich habe mit der Dame aus Adelaide kontaktet und ihr jede Möglichkeit gegeben, aus ihrer Einladung zu entwischen, aber sie freut sich auf uns und so nehmen wir die Einladung an und freuen uns auf sie. Wie erwartet ist Adelaide eine grosse Stadt und das Fahren ist anstrengend, zumal wir mit dem Handy GPS fahren und die Uschi immer wieder Aussetzer hat. Letztendlich drehen wir ihr den Saft ab, nutzen nur die Karte und finden tatsächlich die richtige Adresse. Ein flaches Haus in einer ganz normalen Wohngegend, etwas am Rande der Stadt gelegen. Sieht gut aus! Wir klingeln.

Die Tür geht auf und da steht unsere Gastgeberin und strahlt über das ganze Gesicht. Sie ist ein bisschen aufgeregt, was voll sympatisch rüberkommt. Wir haben zwei schöne Gästezimmer und unser eigenes Bad und das ganze Haus ist total schön eingerichtet, geschmackvoll und voller Kunst (Hab ich schon gesagt, dass unsere Gastgeberin Künstlerin ist?) Wir trinken erstmal Tee, wie das hier so üblich ist – das sind sie ganz englisch, die Aussies – und lernen uns alle ein bisschen kennen. Dann überaschen wir sie gleich mit unserer Adelaide – Musiker – Bekanntschaft aus den Baumwipfeln und sie freut sich darauf, mit uns hinzugehen.

Sie chauffiert uns mit ihrem Wagen zum Ort des Geschehens, wir holen uns Getränke an der Bar uns suchen uns ein Plätzchen in Bens Nähe (Ben Ford – Davies (klick) ist der Künstler). Und schon geht es los! Er freut sich sichtlich, uns zu sehen und begrüsst uns sogar auf deutsch. Auch seine Freundin begrüsst uns und dann hören wir alle der Musik zu. Er spielt bekannte Songs, z.B. Cat Stevens  und auch selbst geschriebene. Die meisten der Gäste scheinen ihn persönlich zu kennen und das Ganze hat fast so etwas wie Wohnzimmercharakter. Er trinkt nebenher ein Weinchen, um seine Stimme zu ölen und lädt auch einmal einen seiner Freunde zu einem Duett ein. Alles sehr unkompliziert und schön, gute Musik, nette Leute, tolle Stimmung! Und dann kommt auch noch heraus, dass seine Freundin heute Geburtstag hat und es gibt eine Torte und alle singen Happy Birthday. Wir bekommen auch Torte und es wird angestossen und viel gelacht und sie erzählt uns auch noch prompt, wie sich das junge Paar kennengelernt hat. Herrlich!!

Am nächsten Morgen – hach, was haben wir gut geschlafen! – fahren wir nach einem ausgiebigen Frühstück in die Stadt und geben unseren Mietwagen ab. Anschliessend bummeln wir ein wenig herum, besuchen eine Ausstellung mit zeitgenössischer Aboriginekunst und schlendern dann in Richtung botanischer Garten. Da sehen wir am Rande des Parks eine Gruppe Aborigines auf dem Grass sitzen, zum ersten Mal seit ich in Australien bin sehe ich mehrere Aborigines! Sollen wir sie ansprechen? Ist das sehr unhöflich? Unschlüssig sehen wir herum, längst sind sie auch auf uns aufmerksam geworden. Die eine Gruppe von fünf Männern ruft etwas herüber und wir beschliessen, jetzt einfach mal weltmännisch offen, vorurteilsfrei und freundlich interessiert zu sein.

Leider stellt sich ziemlich schnell heraus, dass die Männer alle miteinander sturzbetrunken sind und nur einer kann halbwegs artikulierte Sätze bilden. Von einer Unterhaltung kann allerdings keine Rede sein und so brechen wir unsern kulturellen Austausch relativ schnell wieder ab. Schade! Wir sehen die Fünf noch mehrmals im Laufe des Tages überall in der Stadt und immer hat mindestens einer eine Flasche dabei (obwohl in Australien das Trinken von Alkohol auf offener Strasse verboten ist). Zumindest diese Fünf untermauern das Klischee des arbeitsscheuen, alkoholsüchtigen Eingeborenen.

Am späten Nachmittag kehren wir nach Hause zurück und machen uns daran, ein schönes Abendessen für unsere Gastgeberin und uns zu kochen. Wir haben einen sehr gemütlichen und harmonischen Abend zusammen. Sie erzählt uns etwas über ihre Kunst, sie ist nämlich sehr vielseitig und über die sogenannte Pinhole-Fotografie, von der ich noch nie etwas gehört habe – sie hat allerdings einige beeindruckende Bilder im Haus hängen und wenn du weisst, wie sie die macht……Hammer!! Hier geht’s zu ihrer website, falls du mal gucken willst.

Heute morgen ist super schönes Wetter und so beschliessen wir, einen langen Strandspaziergang zu machen. Wir machen uns alle vier auf den Weg und wandern in Richtung Stadt. Der Ozean ist heute ziemlich friedlich und die Wellen plätschern ans Ufer, ein bisschen Wind zerzaust uns die Haare und die Sonne scheint und wärmt – perfekt! Und wir laufen und laufen und es ist echt weit! Schliesslich kommen wir dort an, wohin unsere Gastgeberin uns führen wollte: an einen ziemlich grossen Flohmarkt, wo es auch Futter gibt. 😀 Und dann kann man von hier aus eine Bootsfahrt machen über den Fluss und durch das riesig grosse Hafenbecken zum Delphine gucken!! Jaaa!! Wir sind gleich begeistert, aber leider stellt sich heraus, dass das Boot heute nicht fährt. Na ja, schauen wir halt den Flohmarkt an……

Aber was so eine australische Lady ist, die lässt sich nicht lumpen! Hat sie doch mal schnell ihren Freund angerufen und ihn belatschert, dass er uns mit seinem Segelboot rausfährt! Und der Gute kommt uns tatsächlich abholen, fährt mit uns in den Segelclub und von dort hinaus und herum und kreuz und quer, solange bis wir tatsächlich zwei Delphine sehen, die in kurzer Entfernung schwimmen!! Und auch sonst ist die Bootsfahrt ein echter Knaller und in keinster Weise mit meiner letzten Segeltour zu vergleichen (wer sich erinnern mag). Das geschmeidige Dahingleiten auf ruhigen Wasser, die Sonne im Gesicht und einen kühlen Drink in der Hand – hmmmm, das finde ich auch klasse!! Wir alle geniessen diesen unverhofften Luxus sehr und bedanken uns überschwenglich bei unserem Kapitän.

Am Abend lässt es sich unsere Gastgeberin nicht nehmen, für uns aufzutafeln! Mit Sekt und Wein und jeder Menge leckerem Essen sitzen wir auf der Terrasse und lassen es uns so richtig gut gehen. Keiner will ins Bett gehen, denn es ist unser letzter Abend hier und wir sind ein bisschen wehmütig….. Aber es nutzt ja nix, die Reisenden ziehen weiter mit wundervollen Erfahrungen und einer Freundin am anderen Ende der Welt beschenkt. Diese nimmt uns noch mit in ihr Atelier, schenkt jedem von uns zum Abschied ein Miniaturbild von ihr gemalt und fährt uns auch noch zum Flughafen. Eine wirklich beispiellose und mehr als grosszügige Gastfreundschaft, die mich fast sprachlos macht und die ich mit tiefempfundener Freude und Dankbarkeit genossen habe.

Wieder gibt es Tränen beim Abschied.