Stoppe dein Gedanken-Karussell

Vor ein paar Tagen traf ich einen Freund, den ich schon länger nicht mehr gesehen hatte. Ich war ein wenig erschrocken, denn er hatte einen traurigen, fast bitteren Zug um den Mund, den ich gar nicht an ihm kannte. Im Gespräch erzählte er mir dann, dass er in einer Art negativer Gedankenspirale gefangen sei.

Ich sehe immer in allem das Negative. Das Gute fällt mir praktisch gar nicht auf, aber das Schlechte sehe ich sofort. Und schon geht es in meinem Kopf los……und die Gedanken kreisen und kreisen.

Negative EmotionenVor allem im Verhalten seiner Mitmenschen sieht er viel Missgunst, Neid, Niederträchtigkeit und bösen Willen. Mittlerweile ist er davon überzeugt, dass die Welt ein gefährlicher Ort ist und dass den Menschen zutiefst zu misstrauen sei.

Dabei bezieht er alles auf sich und nimmt jede Aktion und/oder Äusserung persönlich. Wenn beispielsweise ein Kunde sein Produkt nicht kauft dann sieht er nicht die Möglichkeit, dass es vielleicht einfach nicht das Richtige für den Kunden ist, sondern er zweifelt an seinem Produkt und versteigt sich soweit in seinen Gedanken, dass er am Ende daran denkt, seinen Laden zu schliessen, da ja in kürzester Zeit überhaupt niemand mehr seine Produkte kaufen wird.

GedankenkarussellKommst dir das auch bekannt vor? Es geschieht etwas, das nicht ganz genau so ist, wie wir es uns gedacht haben und schon fühlen wir uns betroffen, verletzt, abgelehnt, minderwertig,….. oder wir werden ärgerlich, wütend, aggressiv….. und in unserem Kopf beginnt das Gedankenkarussell zu kreisen.

Unser Verstand verselbstständigt sich und beginnt denselben (unwahren) Gedanken wieder und wieder zu denken, manchmal in leicht abgewandelter Form, immer wieder und nochmal und wieder. Nach einer Weile ist die Laune im Keller und wir sind entweder total depressiv oder unglaublich wütend – je nach dem, ob wir diese selbsterschaffene, negative und destruktive Energie gegen uns selbst oder gegen „die Anderen“ richten.

Ein unglaublicher Energieverbrauch und jede Menge Unglücklichsein ist das Ergebnis, und das alles nur weil wir dem ersten (unwahren) Gedanken geglaubt haben!

Doch ein Gedanke ist nur ein Gedanke, sonst nichts. Nicht etwa die absolute, unumstössliche Wahrheit, sondern nichts weiter als eine flüchtige Energie, die wie eine Welle anrollt, sich aufbaut, an der höchsten Stelle bricht (nämlich dann, wenn du den Gedanken bewusst wahrnimmst) und wieder ausrollt (=sich auflöst). Es sei denn du reitest den Gedanken wie ein Surfer die Welle! Du hälst den Gedanken fest und kaust ihn wieder und wieder durch. Eigentlich ist das total unnatürlich, denn Energie will fliessen. Und ein Gedanke ist Energie. Er kommt und geht….. viele Gedanken nimmst du gar nicht wahr, sie sind nur das Hintergrundgeplapper in deinem Kopf.

gestresstAber dann kommt einer, der vielleicht mit einer Emotion verbunden ist, oder einer den du schon oft gedacht hast. Dann hat dieser Gedanke mehr „Dichte“, dein Verstand empfindet ihn als „wichtig“ und „richtig“. Und schwupps, schon wieder dreht sich das Karussell.

 

Der Ausweg aus diesem Labyrinth ist so einfach wie unspektakulär:

Denke etwas anderes!

Sobald du dich dabei ertappst, dass du in die Gedankenmühle geraten bist – egal bei welchem Thema – denke an etwas anderes! Unterbreche sofort deinen Gedankenfluss. Konzentriere dich auf irgendwas. Beobachte deinen Atem. Schau dir den Himmel an. Sei  dankbar für irgendwas. Singe laut das Lied im Radio mit. Egal, Hauptsache du unterbrichst dein Karussell.

Mit der Zeit wird es immer leichter und du erwischst dich immer schneller. Und dann merkst du, dass du immer seltener in diese Gedankenmühlenfalle tappst. So einfach.

Unser Verstand lernt durch Wiederholungen. Leider lernt er eben auch schnell die Wiederholungen, die uns unglücklich machen. Und ist ein Thema erst einmal gelernt worden, sprich es ist ein Automatismus entstanden, dann will der eben auch wieder verlernt werden. Am allerbesten werden wir einen negativen Automatismus los, indem wir ihn erkennen und dann durch einen positiven ersetzen.

Negative Gedanken = Depression, Ärger, Wut…                                         Stopp!                                                                                                                         Positiver oder neutraler Gedanke = Gleichmut, Ruhe oder sogar Freude

Mit schweren Gedanken entstehen schwere Gefühle und dann werden Hormone wie Adrenalin, Cortisol und Noradrenalin ausgeschüttet. Unser Nervensystem stellt um auf Stress und auf die Dauer können nun Verkrampfungen, Unwohlsein und sogar Schmerzen und Krankheiten entstehen. Mehr schwere Gedanken sind meist die Folge.

Jenna lachtSchönen Gedanken machen eben schöne Gefühle und dann werden Hormone wie Serotonin und Dopamin ausgeschüttet. Unser Nervensystem stellt sich auf reparieren und regenerieren um und wir fühlen uns jünger, fitter, schöner. Mehr schöne Gedanken entstehen.

 

Du hast die Wahl! Glaub einfach deinem Verstand nicht immer gleich alles. Entscheide dich ganz bewusst, welche Gedanken du denken möchtest, übernimm wieder die Verantwortung und die Kontrolle über das, was hinter deiner Stirn vorgeht und dann….

GENIESSE  DEIN  LEBEN 😀

Deine Nicole

 

 

Dein Selbst – Wert

Woran machst du deinen persönlichen Wert fest? Woher beziehst du dein Selbst-Wert-Gefühl?

LuxusautoNoch immer wird der persönlich Wert eines Menschen vor allem daran abgelesen, was er macht und was er hat. Eine steile Karriere, ein dickes Bankkonto, ein teures Auto und natürlich das Eigenheim sind Garanten dafür, dass du in der Gesellschaft gut angesehen bist. Und wenn alle anderen dich gut finden, dann findest du dich selber wahrscheinlich auch gut.

Obdachloser Im Umkehrschluss bedeutet dies aber, dass du wenn du bloss in der Fabrik arbeitest, kaum bis zum Monatsende kommst, ein 10 Jahre altes Auto fährst und in einer Zwei-Zimmer Mietwohnung lebst, von der Gesellschaft als weniger wert angesehen wirst. Dann bist du kein Überflieger mehr, sondern höchstens noch Durchschnitt. Wenn du dann auch noch deinen Job verlierst dann hast du es endgültig zum Versager geschafft. Alle anderen finden dich nicht gut und daher findest du dich wahrscheinlich auch nicht gut.

Ein Dilemma, nicht wahr?

MoneyDa wird dein ganzen Leben aufgrund deiner finanziellen Situation beurteilt. Und da du über Jahre und Jahrzehnte gelernt hast, dass die Meinung der anderen wichtig ist, hast du kaum eine andere Möglichkeit, als die, dich selbst ebenfalls als das wahrzunehmen, was „die Gesellschaft“ über dich denkt.

Was wäre denn aber nun, wenn du dich entschliessen würdest, dein Leben aufgrund anderer Werte zu leben? Was wäre, wenn du dir deine Macht zurückholst, deine eigenen Werte findest und lebst?

  • Statt Geld verdienen könnte Erfüllung deine nächste Jobentscheidung beeinflussen…….
  • Statt Sicherheitsbedürfniss könnte Mut deine kommenden Schritte leiten…..
  • Statt Konformität könnte Kreativität dein Leben inspirieren……

Mach dir nichts vor! Du wirst jede Mange Gegenwind bekommen, wenn du das tust! In dem Moment, wo du aus dem etablierten System von Geld verdienen – Konsum – mehr Geld verdienen – mehr Konsum-…… aussteigst, gilst du als Nestbeschmutzer,Hippie, Träumer, Versager, irrealistisch, irrational, unverantwortlich, usw. usw.

Tätowierte HändeHier ist nun eine wichtige Entscheidung zu treffen und zwar immer wieder auf’s Neue: Welches Kriterium lege ich an mein Leben? Meins oder das anderer?  Woher beziehe ich meinen Selbst-wert?

Goldschatz Es geht hier nicht darum, für seinen Lebensunterhalt zu sorgen! Das müssen wir alle irgendwie. Aber brauchst du unbedingt drei Fernseher? Und müssen deine Schuhe und deine Klamotten von einem teuren Markenhersteller sein (wo du doch genau weisst, dass der auch in Bangladesh herstellt und du meist viel Geld dafür bezahlst, für diese Marke Werbung zu laufen)? Bist du durch dieses Kosumverhalten glücklicher? Kaufst du diesen oder jenen Artikel weil es dich glücklich macht, ihn zu benutzen? Oder kaufst du ihn, weil alle einen haben (Beispiel teure Mobiltelefone).

Wie war das als du in deiner Ausbildung/ in deinem Studium warst? Du hattest eigentlich nie Kohle und trotzdem – die meisten von uns sagen, es war die beste Zeit ihres Lebens…..

Du warst voller Illusionen, glaubtest daran, die Welt verändern zu können, hattest jede Menge Spass mit deinen Freunden, lebtest in einer Minibude mit Möbeln aus Obstkisten und hast dir meistens ganz wenige Sorgen gemacht. Du hast Musik möglichst laut erlebt, wolltest bei Liebeskummer sterben und hast ganze Nächte durchgequatscht…….(Wann hast du das letzte Mal so intensiv gelebt???)

Hippie Gitarre

Heute sind die Illusionen bei Vielen den täglichen Sorgen gewichen. Niemand glaubt mehr daran, dass er selbst machtvoll ist und die Welt verändern kann. Unsere Wohnungen stehen voller teurer Möbeln und unsere Ansprüche sind immer weiter gestiegen, was „man“ alles braucht – der Lebensstandart ist wichtiger geworden als das Lebensgefühl.

Gestern las ich in einem Buch sinngemäss: „Warum verlieren die meisten Menschen ihr Feuer wenn sie erwachsen werden?“ Ich gebe diese Frage hiermit an dich weiter. Für mich gibt es viele Facetten einer möglichen Antwort – heute habe ich mich auf eine der stärksten Einflüsse, nämlich den der Finanzen beschränkt, aber natürlich gibt es noch sehr viele weitere. Ich bin gespannt, was dir alles zum Thema einfällt…….

Genisse einen wundervollen Tag voller Illusionen!

Deine Nicole

 

 

 

Muttertag – ein Dankeschön

Die Mutter – viel geliebt, viel gerühmt aber auch viel geschmäht und manchmal sogar gehasst. Eine archaische Figur einerseits und gleichzeitig der Mensch, mit dem du die nächste Nähe erlebt hast.

Göttin in SteinDie Mutter als archaische Figur steht für die weibliche Energie im Allgemeinen, also die Fülle, die Fruchtbarkeit, das Hegen und Pflegen, die Zartheit, die Weichheit, das Fliessen, das Fühlen, das Umschliessen und das Sein…..

Jeder von uns trägt diese Energie in sich, unabhängig davon, ob Mann oder Frau. Wir kommen aus der Mutter und fühlen uns unser ganzes Leben lang wohl, wenn uns jemand anderer oder auch wir uns selbst mit dieser Energie umgeben.
RosenDarum ist es schön, einmal die weiblich – mütterliche Energie zu feiern, die in unserer modernen Welt oft ein wenig kurz kommt. Wir können dies ehren und feiern zum Beispiel mit dem Genuss von gutem Essen, mit den betörenden Düften und den bunten Farben der Frühlingsblumen oder auch mit einem achtsamen Spaziergang in der Natur oder mit Musik. Es kommt nur darauf an, es langsam, genussvoll und mit Freude zu erleben, die volle weibliche Energie zu erkennen im Wachsen und in der Schönheit, in der Fülle und im Genuss.

Am Schönsten ist es natürlich wenn du dieses Feiern des Weiblichen mit deiner eigenen Mutter zusammen erleben kannst. Denn……

Dieser Frau verdankst du dein Leben. Egal, was auch immer im Laufe deines Lebens zwischen euch vorgefallen sein mag, sie hat dich empfangen, wachsen lassen, beschützt und wohl versorgt, dich geboren und dich mit allem Notwendigen versorgt. Respektierst und achtest du sie dafür?

Wahrscheinlich hat deine Mutter dich über alles geliebt, selbst wenn sie es nicht so zeigen konnte oder du glaubst, dass du etwas anderes oder mehr gebraucht hättest. Sie hat dich so geliebt, wie sie es konnte. Sie hat dich so erzogen, wie sie es konnte. Und sie hat dir gegeben, was sie geben konnte. Mehr kann man von keinem Menschen verlangen. Sie hat dir ihre Liebe gegeben, liebst du sie auch?

Sie hat einen sehr grossen Anteil daran, dass du zu dem einzigartigen Menschen geworden bist, der du heute bist. Wäre sie nicht gewesen, dann gäbe es dich nicht und hätte sie dich nicht umsorgt, erzogen und auf das Leben vorbreitet, dann könntest du heute nicht so leben, wie du es tust. Bist du ihr dafür dankbar?

Heute ist ein guter Tag, all diese Gefühle einmal zum Ausdruck zu bringen. Ein Anruf, ein Besuch, gemeinsame Zeit, vielleicht ein kleines Geschenk…..so viel Freude!!

HerzenEin riesengrosses DANKE SCHÖN an alle Mütter, ganz besonders an meine eigene…….Mutter, Mutti, Mama: danke für mein Leben, für all deine Liebe, dein Umsorgen und Kümmern, deine Ratschläge und Erziehung, dein Trösten und Zuhören, deine Zustimmung und auch deine Ablehnung, deine Zeit, deine Gedanken, dein Handeln und dein Sein! Ich liebe dich.

Einen liebevollen Muttertag uns allen!

Nicole

 

Spiritualität – eine Seinsform

SchmetterlingAls spiritueller Mensch musst du gut, arm und immer immer immer entspannt sein. Du musst vegan essen und darfst keinen Sex haben. Du musst täglich viele Stunden eine ganz bestimmte Art von Meditation ausführen, Yoga machen und dich und deine Emotionen zu hundert Prozent unter Kontrolle haben. Du darfst niemals einen Fehler machen. Du darfst unter keinen Umständen jemals ein anderes Lebewesen verletzen. Du musst dich, alle Lebewesen, das Universum, deine Existenz und das Leben immer und unter allen Umständen lieben. Du musst Mantras chanten, Mandalas malen und darfst dir auf keinen Fall die Haare färben. Du musst dich selbst als spirituell wahrnehmen und daraus einen „ich bin besser als du – Status“ ableiten, da dich dies befähigt, anderen Menschen beizubringen, wie sie auch so schön spirituell werden können wie du.

Dies ist eine etwas augenzwinkernde Beschreibung, die nichtsdestotrotz ziemlich zutreffend ist.  Denn leider wird auch in der modernen Suche nach geistiger Reife – Spiritualität – derselbe Fehler wiederholt, wie auch schon in der Vergangenheit von allen grossen Religionen:

Regeln & GesetzeEs werden Regeln ausgegeben, deren strikte Befolgung den Menschen zur geistigen Reife führen soll. Doch Reifung ist ein innerer Prozess des Erfahrens, des Erkennens und des Lernens und kann daher nicht durch das unreflektierte Befolgen von Normen erreicht werden.

Nicht äussere Regeln schaffen innere Weisheit, sondern ein echtes Erkennen im Inneren kann zu Veränderungen im Verhalten führen.

Ein Mensch, der sich auf den spirituellen Weg macht, also auf den Weg der geistigen Entwicklung, der wird sich mit seinen Werten auseinandersetzen. Gesellschaftliche, religiöse, familiäre und wirtschaftliche Werte dürfen hier angeschaut, bewertet und anschliessend integriert oder verworfen werden. Allein dieser Vorgang führt, im besten Fall, zu einer völlig anderen Bewusstseinsebene, denn hier beginnt der Mensch sich abzugrenzen von dem, was immer schon so gemacht wurde und von dem, was alle machen (und von dem, was das Fernsehen sagt). Hier findet eine Öffnung statt und es gibt plötzlich Raum für neue und vielleicht „bessere“ Gedanken, Erkenntnisse und so auch für andere Werte. (Vielleicht sogar für ein Weitergehen, Weiterlernen)

Aufgrund dieser Werteverschiebung wird ein spirituell orientierter Mensch auf seine Gedanken achten und so eine gewisse Kontrolle über seine Gefühle und seine Handlungen erlangen. Denn es ist ja klar: wer immer denkt „ich kann das nicht“, der wird sich minderwertig und klein fühlen und entsprechend gebremst in seinen Handlungen sein, was selbstredend zu dem Ergenis führt, dass er es tatsächlich nicht kann. Wenn ich nun die Verantwortung für meine Gedanken übernehme und mich dazu entscheide „ich kann das“ zu denken, so hat dies ebenso Auswirkungen auf mein Verhalten. Mein Gedanke führt zu einer höheren Meinung von mir selbst, zu mehr Zutrauen in meine Fähigkeiten und so zu einer stärkeren Motivation und besserem Können in meinen Handlungen, was automatisch zu einer Verbesserung des Ergebnisses führt. Im menschlichen Miteinander könnte es zum Beispiel eine Abkehr von „was nimmst du mir“ (machtloser, ängstlicher Gedanke des Mangels)  hin zu „was kann ich dir geben“ (machtvoller, liebender Gedanke der Fülle) sein. Im Aussen würde sich das als „gut sein“ manifestieren, doch es ist ein echtes, liebendes, von Herzen kommendes Geben und kein aufgezwungenes Hergebenmüssen.

Ein Mensch mit grösserer Reife wird irgendwann erkennen, dass ihn materieller Überfluss nicht erfüllt. Mancher mag seinen Besitz dann weggeben, doch mancher mag ihn auch weiterhin dankbar geniessen als Ausdruck der Fülle und als Möglichkeit, Freude zu erleben und zu verschenken. Das Geld wird zu einem Werkzeug und ist nicht mehr Lebensgrund. Spirituell und reich zu sein ist keinesfalls ein Widerspruch!

Pusteblume, BlumenwieseDurch die Veränderung der inneren Werte verändert sich auch die persönliche Energie des Menschen. Je mehr Liebe, Freude, Dankbarkeit ich empfinde, desto höher schwingt meine Energie. Mit der Zeit führt das zu Veränderungen im Verhalten. Vielleicht habe ich ein grösseres Bedürfnis, mich in der Natur aufzuhalten oder ich finde plötzlich eine andere Musikrichtung schön. Eventuell mag ich andere Dinge essen und trinken. Und unter Umständen möchte ich manche Menschen nicht mehr um mich haben. Es kann also gut sein, dass ich tatsächlich Spass habe an Yoga, Mantras und Mandalas weil ich mich einfach gut fühle bei diesen Aktivitäten; dass ich wirklich meinen Freundeskreis verkleinere, weil ich keine Affinität mehr habe, nächtelang durch Kneipen zu ziehen; dass ich anfange, mich vegetarisch oder vegan zu ernähren, weil mein Körper keinen Bedarf an tierischer Nahrung mehr hat. Und vielleicht will ich meine Haare echt nicht mehr mit diesen ganzen Chemikalien einschmieren, sondern stehe zu meinen Grauen. Es sind dies nun aber Veränderungen, die langsam in mir selbst entstehen, die sich zeitgleich mit meiner geistigen Entwicklung verändern und nicht etwas von aussen und/ oder mit dem Kopf Entschiedenes. Es ist beispielsweise kein Verzicht, kein Fleisch zu essen, denn etwas, auf das ich keinen Appetit habe möchte ich ja gar nicht essen!

Sehr wahrscheinlich wird der Mensch auf seiner spirituellen Reise früher oder später mit Meditation in Berührung kommen. Der Rückzug in die Stille und die Begegnung mit sich selbst und der eigenen (göttlichen) Essenz ist sehr wichtig. Es kommt aber überhaupt nicht auf die Form der Meditation an! Er braucht keine Gurus, Kurse oder sonst etwas dafür. Er muss nicht im Lotussitz reglos über Stunden verharren und dabei nur dreimal atmen! Und er muss nicht aufhören zu denken! Meditation ist ein völlig natürlicher Zustand der Stille und der Verbindung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die energetische Veränderung bringt den Menschen automatisch zur Meditation, zur Schwingungserhöhung, zur Meditation…….

Das bewusste Feiern der Sexualität ist der höchste Ausdruck von Gemeinsamkeit zwischen zwei Menschen. Im Rahmen der sprirituellen Entwicklung verändert sich die Sexualialität vom reinen körperlichen Geniessen zu einer exstatischen Erfahrung des Göttlichen. Die Veränderung vom eher trieb- und hormongesteuerten Sex hin zu dieser Erfahrung kann nicht im Aussen, z.B. in einem Tantrakurs erlernt werden sondern geht Hand in Hand mit der inneren, geistigen Entwicklung des Menschen. Die Bedürfnisse verändern sich und das Erleben verändert sich.

So ist es denn nun in allen Bereichen des täglichen Lebens: beim Essen und Trinken, beim Sex, im Umgang mit anderen Menschen, im Umgang mit anderen Lebewesen und im Umgang mit mir selbst – die Entwicklung findet im Inneren statt und beeinflusst damit das Aussen. Eine von aussen aufdoktrinierte Regel kann keine geistige Entwicklung in einem Menschen auslösen. Und so wird jeder echte geistige Lehrer, Meister, Lichtarbeiter, Heiler oder Wegbereiter dir gerne von seinen eigenen Erfahrungen berichten und dich ansonsten anleiten, selbst herauszufinden, wer du bist, wer du sein möchtest und wo du hingehst.

Spiritualität ist nicht Tun, sondern Sein.

In diesem Sinne: geniesse den Tag!

Deine Nicole